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Uuund Äktsch'n

Wenn es Nacht wird in Bad Pyrmont - wie ein Pärchen im Streit um einen Hundewelpen und einen Hausschlüssel die Polizei auf Trab hält, Nachbarn einen Notruf absetzen

Dienstag 18. September 2018 - Bad Pyrmont (wbn). Es gibt Einsatzberichte der Polizei, die lesen sich zuweilen wie eine Folge aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“.

Mit komödiantischen Elementen, wenn es nicht so traurig wäre. Hier nun ein Fall aus Bad Pyrmont, in dem ein Hundewelpe im Mittelpunkt des Tatgeschehens steht. Ein Wohnungsschlüssel auf einem Dach gelandet ist. Heftiges Geschrei nachts aus einer Wohnung dringt, ein Pärchen – sie 20, er 26 – eine Beziehung offenbar besonders intensiv auslebt.

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Alkoholeinfluss darf dabei nicht fehlen, Betäubungsmittel liegen auch auf dem Küchentisch. Ein Küchenrollen-Halter dient zwischendurch als Tatwaffe.
Das volle Programm also, geeignet auch den Nachtdienst der Polizei auf Trab zu halten. Deshalb soll hier die Polizei in ihrem sachlich-nüchternen Protokollstil zu Wort kommen.
Mit durchaus literarischen Qualitäten und der Kurzgeschichte aus einer bewegten, aber ziemlich langen Nacht in Bad Pyrmont:
„Eine etwas heftige Beziehung beschäftigte in der Nacht zum 18.09.18 den Einsatz- und Streifendienst der Polizei. Zunächst wurden die Beamten gegen 20:30 Uhr wegen lauter Streitigkeiten zu einem Vereinsheim an der Bahnhofstraße gerufen. Dort stritt sich ein Pärchen - Sie, 20 Jahre alt, er 26, um einen jungen Hund. Da der Mann keine eigene Wohnung hat, wohnt er entweder bei seiner Freundin in Bad Pyrmont oder bei seinen Eltern in Minden. Ansonsten gilt er als "ohne festen Wohnsitz".
Wegen dieses Zustandes und seiner impulsiven Lebensweise, ist er derzeit auch bereits mehrfach durch Staatsanwaltschaften zur "Aufenthaltsermittlung" ausgeschrieben. Im Rahmen des Streites um den Hundewelpen hatte er, deutlich alkoholisiert, den Wohnungsschlüssel zu ihrer Wohnung aus Verärgerung auf das Dach des Vereinsheimes geworfen. Wegen seines Zustandes, der bestehenden Dunkelheit und fehlender Kenntnisse über die Tragkraft des Daches, wurden beide angewiesen, nicht auf das Dach zu klettern. Er sicherte zu, bei einem Kumpel zu übernachten.
Wegen des Hundes sollte er sich am Folgetag an die zuständigen Gerichte wenden. Kurze Zeit später stellte die Streife fest, dass der Mann trotz der polizeilichen Ansage den Schlüssel vom Dach geholt hatte. Er wolle schließlich seinen Hund zurück haben. Der Schlüssel wurde ihm abgenommen und ihm wurde gesagt, dass er in seinem Zustand nicht die Wohnung seiner Freundin besuchen solle. Gegen 21:30 Uhr rief sie bei der hiesigen Dienststelle an und teilte mit, dass er jetzt vor dem Haus stehe und laut herumschreie. Er wurde erneut von den Beamten angetroffen und des Platzes verwiesen. Ihm wurde letztmalig angedroht, dass er in Gewahrsam genommen wird, wenn er in der Nacht noch einmal an der Wohnung seiner Freundin auftaucht.

Wie befürchtet, trafen gegen 22:25 Uhr Anrufe bei der Notrufzentrale der Polizei ein, in denen mitgeteilt wurde, dass es in der Wohnung der 20jährigen an der Oesdorfer Straße "hoch hergehe". Beim Eintreffen der Streife saß er mit blutenden Kopfplatzwunden in ihrer Wohnung auf dem Fußboden. Die Beamten konnten sich berichten lassen, dass sie nicht freiwillig geöffnet habe und von ihm daraufhin die Wohnungstür eingetreten worden sei. Im Anschluss habe Sie ihm, wegen des Streites um den Hund, mit einem Metall-Halter für Küchenrollen, mehrfach auf den Kopf geschlagen. Er musste von einem RTW ins Bathildiskrankenhaus gefahren werden.

Sie musste mit zur Dienststelle, da sie ebenfalls unter Alkoholeinwirkung stand und wegen der von ihr begangenen gefährlichen Körperverletzung eine Blutprobe von ihr entnommen wurde. Nach seiner Behandlung verließ er eigenmächtig das Krankenhaus und fuhr mit Fahrrad, dessen Eigentumsverhältnisse noch nicht geklärt sind, in Richtung Oesdorfer Straße. Da sie gerade entlassen worden war, hatte die Polizei wieder Zeit, ihn abzufangen. Ein Atemalkoholtest ergab über 1,9 Promille bei dem Mann und da ist das Radfahren auch für Verletzte verboten. Nachdem jetzt auch von ihm eine Blutprobe entnommen wurde, brachten die Beamten ihn, wie versprochen, für den Rest der Nacht in einer Zelle des Polizeigewahrsams unter.

Über seine Freundin erbost, berichtete er nun, dass sie im Besitz gestohlener Handys sein solle und er wusste auch genau, wo sie liegen. Daraufhin fuhren die Beamten noch einmal zu der Frau. Diese hatte es sich gerade mit etwas Betäubungsmitteln auf dem Tisch gemütlich gemacht.

Einige Handy's wurden gefunden, die Betäubungsmittel sichergestellt, die Blutproben zur Untersuchung geschickt, der Eigentümer des Fahrrades wird noch gesucht. Sobald die "Schriftlage" fertig ist, werden sich die Staatsanwaltschaft, das Gericht und weitere Behörden mit dem Paar beschäftigen dürfen. Wer Angaben dazu machen kann, wem das Fahrrad gehört, wird gebeten, sich mit der Polizei in Bad Pyrmont, Tel.: 05281/94060 in Verbindung zu setzen."

 

 

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