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Nach Auswertung von Arztbriefen und Operationsberichten
Ex-Mitarbeiter des Klinikums OIdenburg spricht von ungewöhnlich hoher Sterberate bei Bauchspeicheldrüsen-Operationen

Samstag 2. Juni 2018 – Oldenburg (wbn). Im Klinikum Oldenburg ist es offenbar zu ungewöhnlich vielen Todesfällen und Komplikationen nach einer speziellen Operation an der Bauchspeicheldrüse gekommen. Nach Recherchen von NDR 1 Niedersachsen und dem NDR Fernsehregionalmagazin "Hallo Niedersachsen" geht das aus einer Statistik hervor, die dem NDR vorliegt.

Der ehemalige Mitarbeiter des Klinikums Oldenburg hat alle Arztbriefe und Operationsberichte einer ganz speziellen Bauchspeicheldrüsen-OP ausgewertet, Chirurgen sprechen von der Wipple-OP. Das Ergebnis: bei insgesamt 20 dieser Eingriffe in der Zeit von April 2017 bis Februar 2018 seien sechs Patienten verstorben, bei weiteren sechs seien derart schwere Komplikationen aufgetreten, dass sie nachoperiert werden mussten.
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Eine Sterblichkeit von mehr als 30 Prozent und eine derart hohe Re-Operationsrate seien nicht tolerabel, sagt Prof. Jakob Izbicki dem NDR. Izbicki arbeitet am Universitätskrankenhaus Eppendorf in Hamburg, einem von drei Exzellenzzentren für Bauchspeicheldrüsen-OPs in Deutschland, zudem ist er Autor von Lehrbüchern. In Eppendorf liege die Sterberate zwischen 4 und 8 Prozent, sagt Izbicki. In kleineren Kliniken könne sie aber sehr viel höher liegen, es gebe Studien, wonach deutschlandweit von einer Sterbe- und Komplikationsrate zwischen 16 und 19 Prozent auszugehen sei. Ein Wert von mehr als 30 Prozent sei aber definitiv zu hoch. Izbicki rät dem Klinikum Oldenburg im NDR mit diesen OPs zunächst einmal inne zu halten und die Gründe für hohen Komplikations- und Sterberate aufzuarbeiten.

Auch im Klinikum Oldenburg selbst werden die ungewöhnlich hohe Sterberate und die vielen Komplikationen offenbar kritisch gesehen. Leitende Ärzte und Oberärzte des Klinikums Oldenburg raten Patienten ganz offen ab, sich einer Bauchspeicheldrüsen-OP im eigenen Haus zu unterziehen, das geht aus E-Mails hervor, die dem NDR vorliegen.  

Das Klinikum Oldenburg reagiert mit Unverständnis. Man könne die Zahlen nicht nachvollziehen, heißt es dort. Es handele sich um individuelle Krankheitsverläufe und Todesfälle, die auch im Team aufgearbeitet würden. Die Vorwürfe seien nicht haltbar, man könne nicht ausschließen, dass persönliche Motive eine Rolle gespielt hätten.
 

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