Ein Verdächtiger floh mit einer Gasmaske vorm Gesicht

Eine buchstäblich heiße Spur nach einem Hallenbrand: Eines der größten Drogenlabore in Deutschland am Rande des Weserberglands entdeckt

Freitag 3. Mai 2019 - Börninghausen / Preußisch Oldendorf / Bielefeld (wbn). Die chemische Anlage in einer Lagerhalle in Preußisch Oldendorf, die am zurückliegenden Wochenende in Brand geraten war, hatte der Polizei Rätsel aufgegeben. Doch jetzt kommt die große Überraschung nach einer ersten Untersuchung von Spezialisten des Landeskriminalamtes in Nordrhein-Westfalen: Es dürfte sich um eines der größten bisher in ganz Deutschland gefundenen Drogenlabore handeln!

Und die heiße Spur nach dem Hallenbrand führt in die Niederlande. Hier haben professionelle Kriminelle eine gewerbsmäßige Anlage betrieben, die alles in den Schatten stellt, was in dieser Hinsicht bisher in Ostwestfalen-Lippe und im Weserbergland entdeckt worden ist. Die Polizei spricht von einer „gewerbsmäßigen Produktion von synthetischen Drogen im größeren Umfang“. Die aufgefundenen Flüssigkeiten werden derzeit analysiert. Bei dem Brand waren zwei Perswonen vom Brandort geflohen.

(Zum Bild: Ein Ausschnitt aus der Anlage zur Drogengewinnung in der Lagerhalle, die am Sonntag in Börninghausen in Flammen stand. Foto: Polizei)

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Einer der beiden Männer trug eine Gasmaske. Das Fluchtfahrzeug hatte ein niederländisches Kennzeichen.
Nachfolgend die gemeinsame Erklärung von Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Bielefeld vom heutigen Tage: „Während die Ermittlungen weiter andauern, konkretisiert sich der Verdacht, dass die Lagerhalle zur Produktion von synthetischen Drogen genutzt wurde. Das Polizeipräsidium Bielefeld hat am Donnerstag, den 02.05.2019, eine Ermittlungskommission für die Untersuchung in der Lagerhalle eingerichtet.

Nachdem es am letzten Sonntag, dem 28.04.2019, zu einem Brand in einer Lagerhalle im Preußisch Oldendorfer Ortsteil Börninghausen kam, wurde bereits bei den ersten Maßnahmen am Brandort festgestellt, dass sich dort diverse Behältnisse mit zunächst nicht identifizierten Flüssigkeiten und Chemikalien befanden. Es wurden daraufhin zunächst Spezialisten der Feuerwehr hinzugezogen, die Luftmessungen durchführten und Proben der Flüssigkeiten entnahmen.

Seit Montag, den 29.04.2019, wird die Halle durch Fachdienststellen des Landeskriminalamtes NRW und der Polizei Bielefeld begutachtet. Demnach dürfte feststehen, dass die Lagerhalle zur gewerbsmäßigen Produktion von synthetischen Drogen im größeren Umfang genutzt wurde. Die polizeiliche Spurensicherung ist bislang nicht abgeschlossen und dauert noch mehrere Tage an. Die Lagerhalle wird bis dahin rund um die Uhr durch Polizeibeamte bewacht. Von den aufgefundenen Stoffen und Flüssigkeiten wurden Proben genommen, die derzeit untersucht werden.

Zur produzierten Drogensorte können bislang noch keine Angaben gemacht werden, da die Untersuchungen beim Landeskriminalamt hierzu noch nicht abgeschlossen sind. Nach Einschätzungen von Fachleuten des LKA NRW dürfte es sich um eines der größten in Deutschland aufgefundenen Drogenlabore handeln.

Vom Tatort flüchteten unmittelbar nach Brandentdeckung mindestens zwei bislang unbekannte männliche Personen in einem hellen Mercedes Vito mit niederländischem Kennzeichen. Eine dieser Personen soll eine Gasmaske getragen haben. Die eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen nach diesen Personen verliefen bislang negativ.

Mit den Ermittlungen wurde das Kriminalkommissariat zur Bekämpfung organisierter Kriminalität beim Polizeipräsidium Bielefeld betraut, wo die neunköpfige Ermittlungskommission "Limberg" eingerichtet wurde."