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Transparenter geht's nicht - ein Online-Kassenbuch wie eine Röntgenaufnahme

Die Piraten im Weserbergland sind mit Hundertzweiundneunzigkommaelf im Plus...

Von Ralph Lorenz

Hameln (wbn). Die „Piraten“ im Landkreis Hameln-Pyrmont haben das transparenteste Kassenbuch im Weserbergland. Wer’s nicht glaubt, kann selbst nachsehen. Auf ihrer Website weisen sie derzeit einen Kontostand von 192,11 Euro im Kassenbuch aus, das jedermann jederzeit einsehen kann .

Da sie an der Weser keine arglosen Kaufmannsschiffe entern und auch keine öffentlichen Kassen plündern sind sie auf Spenden angewiesen.  Im Moment dürften die Kirchenmäuse in der Region aufgrund des goldenen Oktobers etwas reicher sein als die Piraten. Penibel wird da Buch geführt. Constantin Grosch hat Portoauslagen in Höhe von 6,05 Euro gehabt. Plakate sind zum Beispiel mit 117,44 Euro Kostenaufwand vermerkt. Und da die bei „flyeralarm“ in Auftrag gegeben worden sind, ist das für die rührige Internetdruckerei geradezu ein Ritterschlag. Ein „Stehtisch“ ist für 29,99 Euro erstattet worden und ein Pirat muss wohl mit einem Motorboot unterwegs gewesen sein, denn er hat 15.01 Euro Spritkosten nachgewiesen (kein Rum, kein Fusel sondern Super).

 

Fortsetzung von Seite 1

50 Euro hat das Anti-Atom-Plenum aus der Piratenkasse als Zuwendung bekommen. All das kann, wie gesagt, jederzeit bei der Piratenpartei in Stadt und Land Hameln-Pyrmont nachgelesen werden. Das Finanzamt kann damit seine diebische Elsterabrechnung gleich in die Tonne treten. Online haben sich die Piraten um Grosch damit selbst an die Leine der öffentlichen Publikumsüberwachung begeben.

Aber sind die Piraten dann noch Piraten, wenn sie nicht einmal eine schwarze Kasse haben, geschweige denn einen Schatz verbuddeln? Werden sie demnächst ein Röntgenbild als Mitgliederausweis einführen – und dürfen sie dann überhaupt noch einen Schatzmeister haben? So ganz ohne Reptilienfonds. Aber stimmt überhaupt noch das historische Piratenbild? Der Pirat Störtebecker, so beteuern Historiker, soll in Wirklichkeit ein angeblich ehrbarer Kaufmann gewesen sein. Das würde wiederum manches erklären und vieles über die Ehrbarkeit der hanseatischen Kaufmannschaft aussagen. Und möglicherweise ist Störtebeckers Kassenbuch damals in schwerer See über Bord gegangen. Den Weserbergland-Piraten kann sowas nicht passieren. Das Internet lügt nicht und ist sicher - oder nicht, oder wie oder was?

 

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