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Strafkammer in Hildesheim hat acht Prozesstage angesetzt

Der Tod des kleinen Julian - ab heute versucht das Gericht das Unfassbare aufzuklären

Hildesheim/Delligsen (wbn). Prozessauftakt vor dem Hildesheimer Landgericht. Der 26-jährige „Lebens“-Gefährte von Julians Mutter aus Delligsen muss sich seit heute vormittag für den schrecklichen Tod des fünfjährigen Julian verantworten. Angesetzt sind acht Verhandlungstage. Es geht um den Vorwurf des Kindesmordes, der Körperverletzung in mindestens drei Fällen und der Nötigung.

Schon vor Prozeßbeginn sind weitere Einzelheiten der grausamen Tat an die Öffentlichkeit gedrungen. Der 26-jährige Drogenabhängige soll bereits vor dem qualvollen Tod von Julian den jüngsten Bruder beim Wickeln gequält und dieses Verbrechen aber dem kleinen Julian in die Schuhe geschoben haben. Julian musste unter Gewaltandrohungen „eingestehen“, dass er für die bösartige Verletzung am Penis des kleinen Bruders verantwortlich sei. Das Kind hatte im Krankenhaus behandelt werden müssen. Aus den Tatvorwürfen der Anklageschrift geht hervor, dass hinter der biederen Fassade des Wohnhauses in dem kleinen Ort Delligsen – Kreis Holzminden – regelrechte Gewaltorgien stattgefunden haben.

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Unter Einfluss von „Speed“ kam es dann in der Nacht zum 17. August diesen Jahres zu einer unvorstellbar sadistischen Gewaltexplosion, in der Julian mit einem Gürtel zu Tode geprügelt worden sein soll, während die Mutter wegen der Penisverletzung mit dem Jüngsten ahnungslos im Krankenhaus war. Der 26-jährige Junkie leugnete nach der Rückkehr der Mutter zunächst die Tat und beteiligte sich sogar noch an der Suche nach dem kleinen Julian, dessen leblosen Körper er unter Müll in einem schuppenähnlichen Verschlag am Haus versteckt hatte.

Dem Jugendamt des Landkreises Holzminden war die Tyrannei in dem sonst beschaulichen kleinen Ort in der Ith-Region verborgen geblieben. Offenbar war auch der Drogenkonsum nicht bekannt. Schon im vergangenen Sommer soll der Angeklagte die Ehefrau in äusserst brutaler Weise zu Boden geschlagen haben, wie erst jetzt im Zusammenhang mit dem Prozess bekannt wurde.

 

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