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Merkels Parteitagsergebnis ist schön gerechnet: Sie hat die 90-Prozent-Marke klar verfehlt!

Hameln/Karlsruhe (wbn). Viele  CDU-Delegierte sind vom Karlsruher Bundesparteitag ins Weserbergland zurückgekehrt in dem Glauben Angelika Merkel mit 90,4 Prozent der Stimmen als Bundesvorsitzende im Amt bestätigt zu haben. So haben es nahezu alle regionalen Tageszeitungen gemeldet. Pustekuchen. Sie hat bei genauem Nachrechnen „nur“ 88,7 Prozent der Stimmen erhalten.

Dem alternativ berichtenden unabhängigen Mediendienst Meedia blieb es vorbehalten in einer Topstory auf diese rechnerische Feinheit hinzuweisen. Wie kommts? Meedia rechnet wie folgt vor: Nach der CDU-Rechenmethode hat Merkel angeblich 90,4 Prozent der Delegiertenstimmen bekommen. Nur wer selbst zum Taschenrechner greift, stellt fest: In Wirklichkeit hat die Kanzlerin die 90-Prozent-Marke klar verfehlt. Von 952 Delegierten stimmten 842 für sie und 89 gegen sie; 18 enthielten sich; drei Stimmen waren ungültig. Also bekam sie 842 von 949 gültigen Stimmen - macht 88,7 Prozent.

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Nur wenn die Enthaltungen ausgeblendet werden, kommt man auf 90,4 Prozent Ja-Stimmen bei 9,6 Nein-Voten. Im Gegensatz zu anderen Bundestagsparteien lässt die CDU bei Wahlen die Enthaltungen einfach unter den Tisch fallen. Dabei sind Enthaltungen gerade im politischen Raum eine sehr wichtige Aussage – zumal bei der Frage ob eine Bundesparteivorsitzende noch einen angemessenen Rückhalt bei den Delegierten findet. Im Vorfeld hatten Kommentatoren geschrieben, die Frage ob Merkel nochmals den Sprung über die 90-Prozent-Marke schaffe sei ein wichtiges Signal. Das Signal ist nicht gekommen!