Wehrbeauftragter hat laut Spiegel online schon den Verteidigungsminister über den ungeheuren Verdacht informiert - Müssen die Todesumstände der Offiziersanwärterin aus Bodenwerder neu bewertet werden?

Meuterei nach dem Todessturz auf der Gorch Fock? Trotz Höhenangst mussten die jungen Matrosen angeblich aufentern

Bodenwerder/Mürwik (wbn). Hat sich nach dem Todessturz der Offiziersanwärterin aus Bodenwerder eine Meuterei auf dem glorreichen Paradeschiff der Bundesmarine – der Gorch Fock – zugetragen? Dieser ungeheuerliche Verdacht wird von keinem Geringeren als dem Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus in den Recherchen zu dem tragischen Tod der Kadettin aus dem Weserbergland geäußert.

Nach einem heute veröffentlichten Bericht von Spiegel online stellt sich „die Innenansicht“ der legendären Ausbildungs-Dreimastbark düster dar. Der Tod der 25 Jahre alten Soldatin aus Bodenwerder auf der Gorch Fock habe schlimmere Folgen als bislang bekannt geworden sei. Es sei von massiver Nötigung gegenüber den Kadetten die Rede, trotz ausgeprägter Höhenangst in die hohen Masten aufzuentern. Könnte es demnach sein, dass die abgestürzte Offiziersanwärterin aus Bodenwerder demnach gar nicht freiwillig in schwindelerregende Höhe gestiegen ist?

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Wenn dem so wäre, müsste diesen Aspekt umgehend die Staatsanwaltschaft in ihren Ermittlungen aufgreifen.  Sollte es in Zusammenhang mit dem Todessturz der jungen Obermaatin aus dem Weserbergland auch nur ansatzweise zu einer Meuterei gegen die Schiffsführung gekommen sein, dann müsste die vorzeitige Heimreise von 73 Personen des Ausbildungslehrganges von der Gorch Fock in neuem Licht gesehen werden. Die Weserbergland-Nachrichten.de hatten am 19. November berichtet, dass die Kadetten vorzeitig ihre Rückreise von Brasilien in die Bundesrepublik Deutschland angetreten hatten.

Das Schiff wiederum setzte seine geplante Weltreise ohne Marinenachwuchs fort. Laut Spiegel online hat der Wehrbeauftragte inzwischen den Verteidigungsminister von Guttenberg über die Verdachtsmomente unterrichtet. Dazu gehören wohl auch Hinweise auf einen Fall sexueller Nötigung an Bord.