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Drei Nationen - ein Gedenktag. Weshalb der Pyrmonter Volkstrauertag in Niedersachsen so beispiellos war 

Von Ralph Lorenz und Frank Weber

Samstag 22. November 2014 - Bad Pyrmont (wbn). Eine Delegation aus Russland, ein türkischer Imam und ein deutscher Pastor vereint vor dem Kriegerdenkmal aus beiden Weltkriegen. Es ist eine außergewöhnliche Feier zum Volkstrauertag in Bad Pyrmont gewesen. Veranstalter ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Und Vorsitzender Helmut Eichmann räumt unumwunden ein: Das war die bisher eindrucksvollste Veranstaltung an einem Volkstrauertag in Bad Pyrmont. Mag sein, dass die Teilnehmer auch die Aktualität so intensiv empfunden haben wie Eichmann.

Die Deutschrussin Anna Stutz aus Bad Pyrmont hatte den Volksbund bei der Anbahnung der Kontakte nach Russland unterstützt. Innerhalb kürzester Zeit habe sie die Zusage einer Delegation aus Chimki erreicht, einem Vorort von Moskau. Eichmann zeigt sich beeindruckt und will die neuen Kontakte pflegen. Dazu hat er auch schon eine Gegeneinladung von Wladimir Prischepa erhalten, der zusammen mit seinem Landsmann Waldemar Anz an dem Kriegerdenkmal in Bad Pyrmont einen Kranz für die Gefallenen beider Weltkriege abgelegt hat.
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Geschichtsbewusst zeigte sich auch der Imam aus Lügde, der schon einmal an einer Veranstaltung des Bad Pyrmonter Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge teilgenommen hat.  Imam Yacub Ucmaz kam auch gern einer Einladung des deutschen Pastors Hans-Christian Müller in das Gemeindehaus der Pyrmonter Kirchengemeinde nach. Hier reichten sich die Beteiligten vor der Kamera der Weserbergland-Nachrichten.de nochmals demonstrativ die Hand.

Als Geste der Aussöhnung über die Gräber beider Weltkriege hinweg. Helmut Eichmann hat mit dieser Veranstaltung am zurückliegenden Volkstrauertag zweifellos einiges in Gang gesetzt. Das ist mit Händen zu greifen und hat auch Bürgermeister Klaus Blome beeindruckt, der sich im strömenden Dauerregen als wahrhaftiger „Schirmherr“ bewährt hatte. Er sorgte mit seinem Regenschirm dafür, dass die Redner im Dauerregen nicht nass wurden. Ein Bürgermeister, der seine Bürger eben nicht im Regen stehen lässt...