Im Weserbergland rieselt der Kalk

Hubschrauber fliegen für einen gesunden Wald - Landesforsten kalken Wälder im Hils und Solling

Duingen/Grünenplan (wbn). Die Niedersächsischen Landesforsten kalken in den kommenden Wochen rund 3.400 Hektar Waldflächen im Hils  und 1.000 Hektar im Solling.

In acht Revierförstereien der Forstämter Dassel und Grünenplan kreisen ab Mitte September Hubschrauber über Laub- und Nadelwälder. Hierbei werden im Forstamt Dassel Restflächen zwischen Fredelsloh und Hardegsen gekalkt. Im Forstamt Grünenplan wird in den nächsten Tagen mit der Kalkung im Bereich Roter Fuchs bzw. Papenkamp/Duingen begonnen. Weitere Schwerpunkte liegen zwischen Wenzen und Eschershausen sowie im Bereich Hohenbüchen, Grünenplan und Kaierde.  Ziel der Kalkung ist es, die durch Luftschadstoffe versauerten Böden wiederherzustellen und die angeschlagenen Wälder zu stabilisieren.

 

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Jeder Hektar Waldboden erhält aus der Luft genau 3,2 Tonnen kohlensauren Magnesiumkalk, der im Südharz abgebaut wurde. Gleichmäßig vom Hubschrauber verteilt dient der Kalk wie ein Schutzschild: Er puffert die Folgen des „Sauren Regens“ ab. Der erdfeuchte Kalk rieselt durch die Baumkronen auf den Waldboden, wo er über einen mehrjährigen Zeitraum in den Boden eindringt. Dort mildert er die Bodenversauerung und trägt dazu bei, dass Nährstoffe wie Magnesium in ausreichendem Maße vorhanden sind.

Forstleute bitten die betroffenen Anwohner, Waldbesucher und Pilzsammler um Verständnis für Lärm und Staub, die die Hubschrauber in den nächsten Wochen verursachen könnten. “Für Menschen und Tiere ist der Kalk ungefährlich“, betonen die Förster Michael Bothe und Jörg Hengst aus Grünenplan und Dassel, die die Einsätze koordinieren. Sie weisen darauf hin, dass „dort, wo die Hubschrauber starten oder Kalk laden, kurzfristig Wege gesperrt werden.“ Die Waldkalkung diene der Gesunderhaltung der heimischen Wälder und nutze somit allen Bürgerinnen und Bürgern, so Bothe weiter.  In den Mittelgebirgen von Solling und Harz geht es dem Wald schlechter als im übrigen Niedersachsen.

Raues Klima und saure Waldböden erschweren die Bedingungen für das Wachsen von Fichte, Buche und Eiche. Hohe Niederschläge waschen mehr Schadstoffe aus der Luft in den Waldboden ein.