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Der Kommentar

Merkels Satz von dem Denken, das ihr in der "DDR" nie jemand verboten hat, sollte uns allen zu denken geben

„Selbst in der DDR wollte mir niemand das Denken verbieten.“  Den denkwürdigen Satz hat Angela Merkel gesagt als Replik auf Röslers Klage über Denkverbote im Zusammenhang mit seinem offenherzigen, mutigen Wort von der drohenden „Insolvenz“ Griechenlands. Es ist ein bemerkenswertes Statement der Kanzlerin. Auch, weil es so unwidersprochen im Raum stehen geblieben ist.

Merkel muss wohl zu „DDR“-Zeiten hinter der Mauer in einem Freigeist-Biotop gelebt haben. In einer Zeit, in der sich das Honecker-Regime zwar „Deutsche Demokratische Republik“ („DDR“) nannte aber  von Republik (res publica) genau so weit entfernt war wie von der Demokratie. Denn an der Mauer wurden weiterhin Menschen erschossen. Die Zuchthäuser waren voll mit Regimegegnern. Während es hier nur noch Vollzugsanstalten gab, kannte das "DDR"-Regime noch die Zucht-Häuser, darauf getrimmt, politisch denkenden Menschen den freien Willen zu brechen und das Denken zu verbieten.  Vielleicht lebte Merkel in einem Versuchslabor der SED, wo Gedankenfreiheit als zerstörerische Vorstufe eines kommunistischen Gemein-Wesens ideologisch-experimentell unter die Lupe genommen wurde. Streng abgeschirmt, damit der Freiheits-Bazillus nicht nach außen dringt und ein ganzes Volk ansteckt. Oder dachte die Pfarrerstochter Merkel  zu jener Zeit, da sie als Physikerin zur privilegierten  Intelligenzija (russisch интеллигенция) zu rechnen war, gar nicht an Dinge, die man nicht zu denken wagte? Bis auf rechts und links drehenden Joghurt, den sie erklärter massen in ihrer "DDR" vermisst hatte? Dann hätte ihr auch niemand das, was sie unter Denken versteht, verboten. „Konform“ nannte man so etwas. Belohnt wurde diese Konformität zum Regime mit Zuckerstückchen und Sonderrationen. Und mit dem Privileg studieren zu dürfen.

 

Fortsetzung von Seite 1

Ich war sechs Jahre alt als die SED-Blockwartin des Hauses in der Kappelbachgasse in Chemnitz, eine Frau Schleßazeck, bei meiner Mutter abends aufgeregt klingelte. Am Plakat im Treppenhaus zur sozialistischen Maifeier fehlte eine Reißzwecke. Das konnte Schleßazecks Meinung nach nur ich gewesen sein, von anderen zur Sabotage angestiftet!  Ihre Tonlage klang grenzwertig. Es war eindeutig die Vorstufe zur Cuba-Krise. Sie sah parteifeindliche Kräfte am Werk. Außerdem hatte sie uns eine letzte Chance gegeben mit der Aufforderung, zum ersten Mai am Sonntag morgen komplett die Fensterfront zu beflaggen. Mit der üblichen Hammer- und Sichel-Karnevalsdekoration. Meine Mutter hat mir hinterher erklärt, was sie sich dabei gedacht – aber mit Rücksicht auf uns Kinder – nicht gesagt hatte. Weil ihr das Denken verboten worden war.

Aber vielleicht hatte Frau Merkel auch nur eine ganz, ganz liebe Blockwartin gehabt in ihrem väterlichen Haus. Wenn überhaupt, denn in den DDR-Pfarrhäusern verkehrten ansonsten nur Hosianna säuselnde Engel der SED, keine Blockwarte.

Der Merkel-Satz ist in seiner Wirkung verheerend, so apodiktisch, wie Merkel ihn in die Diskussion geworfen hat. Sie hätte ihn unbedingt relativieren müssen. Merkel spielt ungewollt den Verharmlosern der SED in die Hände, die den Hammer- und Sichel-Staat schon wieder zum Arbeiter- und Datschen-Paradies verklären. „War doch alles gar nicht so schlimm“, hatte man auch in den Ruinen des Dritten Reiches gehört, das zuvor an gleicher Stelle untergegangen war.

„Gegen Vergessen – mehr Demokratie“, lautet die Vereinigung, der Joachim Gauck vorsteht. Der Menschenrechtler kommt Freitag, 30. September, um 19.00 Uhr zu einem Vortrag  ins Gasthaus Mittendorf in Buchhagen.  Angesichts des unseligen Merkel-Satzes kommt er wie gerufen.

Vielleicht hätte er doch Bundespräsident werden sollen. Denn er wird mehr denn je als Zeitzeuge gebraucht. Je prominenter, desto besser! Einem Joachim Gauck wäre dieser Satz nie über die Lippen gekommen. Gerade weil Gauck auch Pastor gewesen war. Und da gab es noch den Pastor Oskar Brüsewitz, der, in Niedersachsen aufgewachsen, sich in Zeitz vor seinem Wartburg verbrannt hatte - wegen der unerträglichen Denkverbote in der DDR.

 

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