Anlagenrevision und Austausch von 60 Brennelementen:
Kernkraftwerk Grohnde geht ab morgen vorübergehend vom Netz

Freitag 3. März 2017 - Grohnde (wbn). Das Kernkraftwerk Grohnde geht morgen früh planmäßig zum 34. Brennelementwechsel und zur jährlichen Anlagenrevision vom Netz.

Das teilt der Betreiber ‚Preussen Elektra‘ mit und hat außerdem im Detail angekündigt, welche Arbeiten in den kommenden Wochen ausgeführt werden sollen.

 

 

Fortsetzung von Seite 1

Das Revisionsprogramm umfasst demnach umfangreiche Prüfungen und zahlreiche Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten. Unter anderem werden Druckprüfungen des Primärkreises und der Dampferzeuger  sowie eine Dichtheitsprüfung des Sicherheitsbehälters durchgeführt. Des Weiteren  werden nach Angaben des Betreibers umfangreiche Wartungsarbeiten an Armaturen, Pumpen und Antrieben vorgenommen, sowie zahlreiche Behälter und Rohrleitungen zerstörungsfrei geprüft.

Preussen Elektra will 60 neue Brennelemente einsetzen

Der Reaktorkern wird mit 60 neuen Brennelementen beladen. Die weiteren zum Einsatz vorgesehenen Brennelemente  werden gemäß Prüfprogramm inspiziert. Alle Prüfumfänge in sicherheitsrelevanten Bereichen sind mit Gutachter und Aufsichtsbehörde abgestimmt.

Im Revisionszeitraum kommen bis zu 1.200 externe Fachkräfte von verschiedenen Fachfirmen zum Einsatz. Die atomrechtliche Aufsichtsbehörde und die von ihr beauftragten Gutachterorganisationen überwachen alle sicherheitstechnisch relevanten Arbeiten. Alle Maßnahmen sollen bis zum 5. April abgeschlossen sein, heißt es.

Hintergrund: Das Kernkraftwerk Grohnde hat eine elektrische Leistung von 1.430 Megawatt brutto und beschäftigt rund 500 Personen. Entsprechend der 13. Novelle des Atomgesetzes geht das es spätestens zum 31. Dezember 2021 vom Netz. Seit dem letzten Anlagenstillstand im August 2016 sei das Kernkraftwerk mit einer Zeitverfügbarkeit von 100 Prozent am Netz gewesen und habe in diesem Zeitraum etwa 6,3 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, heißt es von Preussen Elektra. Und: Das Kernkraftwerk Grohnde habe damit wesentlich zur Grundversorgung in Niedersachsen beigetragen.