Rundgang durch das Forstamt Oldendorf

Der "Regenruf" des Buchfinken hatte keine Auswirkungen auf das Wetter

Von Joachim Hansmann

Hessisch Oldendorf (wbn). Mehr als 20 Teilnehmer einer vom Niedersächsischen Forstamt Oldendorf angebotenen Waldführung konnten ihre Artenkenntnisse verbessern und manch interessantes Detail über nachhaltige und umweltpflegliche Forstwirtschaft erfahren.

Im Verlauf des zweistündigen Waldspaziergangs erläuterte Forstamtsleiter Christian Weigel an praktischen Beispielen die forstwirtschaftlichen Ziele der Niedersächsischen Landesforsten. Dabei ging er speziell auf die pflegliche und nachhaltige Nutzung von Buchen bei gleichzeitigem Erhalt von ökologisch wertvollem Tot- und Altholz in diesem FFH- (Flora-Fauna-Habitat) Gebiet ein. „Die nachhaltige Nutzung von Holz bei uns“, so Weigel, „ist die bessere Alternative zur Einfuhr aus nicht nachhaltig wirtschaftenden Ländern“.

(Zum Bild: Wanderung mit Sachverstand. Über ökologische Waldbewirtschaftung informierte das Forstamt Hessisch Oldendorf. Foto: Hansmann)

 

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Auch erfuhren die Teilnehmer, warum Fichtenbestände auf den trockenen Südhängen fehl am Platz sind und daher in stabile Mischwälder umgebaut werden. Aber auch Probleme mit Absterbeprozessen der Esche wurden angesprochen. Hier hoffen die Förster, dass sich genügend Bäume resistent gegen die durch einen Pilz hervorgerufene Krankheit erweisen und diese Eigenschaft an die Nachkommen weitergeben.

Im Vorbeigehen zeigte und erklärte Weigel viele Pflanzen und wusste auch manch amüsantes Detail darüber zu berichten. Auch einige nicht so sehr willkommene Pflanzenarten, wie zum Beispiel der Bärenklau standen am Weg, und Weigel erklärte, warum diese "Neophyten" durch ihre Dominanz andere, natürlich vorkommende Pflanzenarten verdrängen. Aus dem vielstimmigen Vogelkonzert griff sich der Förster einige "Musiker" heraus und nannte ihre Namen. Der sogenannte "Regenruf" des Buchfinken hatte allerdings keine Auswirkungen aufs Wetter, die Wanderung fand bei strahlendem Sonnenschein statt.