Geldbörse durch geschicktes Ablenken gestohlen und am Telefon 20 000 Euro für ein vermeintliches Unfallopfer gefordert
Polizei mahnt zur Vorsicht vor Trickdieben und Schockanrufern

Hemeringen/Hessisch Oldendorf (wbn). Dreiste Masche! Gleich zwei Mal haben am Dienstag im Weserbergland verschiedene findige Trickbetrüger versucht, an das Geld älterer Frauen zu kommen.

In Hemeringen ist gegen 14 Uhr einer Seniorin (74) die Geldbörse gestohlen worden. Sie hatte sich gerade auf dem Sparkassen-Parkplatz in ihr Auto gesetzt, als zwei jugendliche Mädchen die Türen öffneten, sich hineinlehnten und sie geschickt in ein Gespräch verwickelten. Nachdem es die beiden dann aber plötzlich sehr eilig hatten und davonliefen, fehlte der Seniorin das Portemonnaie. Nicht erfolgreich, aber mindestens ebenso niederträchtig war ein Schockanruf, der eine 59-Jährige aus Hessisch Oldendorf zur selben Zeit erreichte. Weinend hatte jemand vorgegeben, der Sohn der Angerufenen zu sein, bevor wenig später eine zweite Person den Anruf übernahm und sofort 20 000 Euro für das Opfer eines Unfalls verlangte, in den auch ihr Sohn verwickelt sei.

 

 

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Doch damit hatten die Betrüger offensichtlich nicht gerechnet: Die 59-Jährige fragte schließlich so geschickt nach, dass die Anrufer das Gespräch vorzeitig abbrachen. Die Polizei nimmt diese beiden Fälle zum Anlass, abermals auf Tipps und Verhaltensregeln zum Schutz vor Taschendieben und Trickbetrügern hinzuweisen.

 

Nachfolgend der Polizeibericht:

„Nach einem Trickdiebstahl und einem versuchten Trickbetrug durch Schockanrufer warnt die Polizei die Bevölkerung und mahnt zur Vorsicht.

Achtung Trickdiebe! Am Dienstag, 21.05.2013, gegen 14 Uhr, setzte sich eine Seniorin (74) in Hemeringen auf dem Parkplatz der Sparkasse in ihren Pkw. Sie legte dabei ihre Geldbörse auf den Beifahrersitz. Unerwartet für die Frau öffneten dann zwei jugendliche Mädchen die Fahrer- und Beifahrertür, beugten sich in das Fahrzeuginnere und verwickelten die Seniorin in ein Gespräch. Auch eine Spendenliste wurde der Seniorin wörtlich "unter die Nase" gehalten. Beide Mädchen liefen dann plötzlich davon, kurz darauf bemerkte die 74-Jährige das Fehlen ihrer Geldbörse.

Achtung Schockanrufer: In Hessisch Oldendorf erhielt eine 59-Jährige zur selben Zeit einen Anruf. Weinend gab sich dabei eine unbekannte Person als der Sohn der Angerufenen aus. Eine zweite Person, die das Telefongespräch dann übernahm, gab gegenüber der 59-Jährigen dann an, dass ihr Sohn in einen Unfall verwickelt wäre und für ein weiteres Unfallopfer sofort 20000,- Euro gebraucht würden. Auf geschicktes Nachfragen der Angerufenen wurde das Gespräch dann aber abgebrochen.

Beide Vorfälle zeigen aktuelle Maschen von Trickdieben und -betrügern. Das Präventionsteam der Polizeiinspektion gibt auf Grund der beiden Vorfälle Tipps und Verhaltensregeln, wie Sie sich...

... vor Taschendieben schützen können:

  1. Tragen Sie Geld, Schecks, Kreditkarten und Papiere immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper.
  2. Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder klemmen Sie sie sich unter den Arm.
  3. Benutzen Sie einen Brustbeutel, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse.
  4. Legen Sie Geldbörsen nicht frei sichtbar ab, sondern tragen Sie sie möglichst körpernah.

... vor Trickbetrügern (Enkeltrick/Schockanruf) schützen können:

  1. Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.
  2. Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  3. Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache.
  4. Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  5. Informieren Sie unter der Notrufnummer 110 sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt.“