„Streiks müssen vermieden werden!“
Städte- und Gemeindebund sieht Schmerzgrenze bei Erziehergehältern erreicht

Montag 10. August 2015 - Hannover (wbn). Müssen sich Eltern im Weserbergland wieder auf Streiks in den Kindertagesstätten einstellen? Die beteiligten Gewerkschaften haben am Sonnabend den Schlichterspruch im Tarifkonflikt zurückgewiesen – und damit auch für Empörung bei den Kommunen gesorgt.

„Der Schlichterspruch geht bei vielen Städten und Gemeinden bereits an die Schmerzgrenze“, erklärte dazu der Geschäftsführer des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds (NSGB), Berthold Ernst, heute in Hannover.  „Bei allem Verständnis für die wichtigen Aufgaben, die in den Kitas geleistet werden, das Gehalt der Erzieherinnen und Erzieher ist, auch im Vergleich zu anderen Berufsgruppen des öffentlichen Bereichs, sehr ordentlich und muss über die Gebühren von den Eltern mitbezahlt werden.“

 

 

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Und weiter: „Wir hoffen auf weitere Verhandlungen mit Augenmaß. Streiks, die zu Lasten der Eltern und Kinder gehen, brauchen wir auf keinen Fall. Hiermit schaden sich auch die Erzieherinnen und Erzieher“.

Der Sozial- und Erziehungsdienst nimmt nach Ansicht des NSGB im Gehaltsgefüge des öffentlichen Dienstes bereits eine angemessene Stellung ein. Erzieherinnen und Erzieher erhalten nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) höhere Gehälter als andere Berufsgruppen mit vergleichbarer Ausbildung.

Die Gehaltssteigerungen im Sozial- und Erziehungsdienst waren nach Angaben des Verbands in den vergangenen Jahren höher als die bei den anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Derzeit liegen die Gehälter der Erzieherinnen und Erzieher zwischen 2.590 und 3.750 Euro. Mitarbeiter der  Kita-Leitungen erhalten bis zu 4.749 Euro. Das Durchschnittsgehalt von Erzieherinnen und Erziehern in Deutschland beträgt 2.556 Euro (bei einer 39-Stunden-Woche). In kommunalen Kindertageseinrichtungen werden bereits jetzt die höchsten Löhne im Sozial- und Erziehungsdienst, auch im Vergleich zu anderen Trägern, gezahlt.

Hintergrund: Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) ist der kommunale Spitzenverband der kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Samtgemeinden in Niedersachsen. Der Verband spricht für über 400 kreisangehörige Städte, Gemeinden und Samtgemeinden in Niedersachsen. Über 15.000 von 22.000 gewählten Mandatsträgern repräsentieren die genannten Gebietskörperschaften.