Heißer Finger: Ein 19-Jähriger wird diesen Tag nicht vergessen

Erst das Unkraut, dann das Haus "abgeflämmt" - wie ein scheinbar kontrolliertes Feuer in Hessisch Oldendorf zum Großbrand wurde

30. April 2014 - Hessisch Oldendorf (wbn). Heiße Aktion. Er wollte nur Unkraut abflämmen, so wie es viele Grundstücksbesitzer in diesen Tagen unternehmen. Doch dann hat er unfreiwillig das halbe Gebäude abgeflämmt.

Ein 19-jähriger Angehöriger einer an der Langen Straße wohnenden Familie beseitigte auf der Gebäuderückseite Unkraut, indem er dieses mit einem gasbetriebenen Brenner abflämmte. Dabei geriet auf dem Kirchplatz ein holzverkleideter Lagerraum in Brand, der schnell auf das angrenzdende Wohnhaus übergriff. Von da an geriet die Angelegenheitn außer Kontrolle und wurde ziemlich heiß.

(Zum Bild: Atemgeräteträger vor dem Brandobjekt in Hessisch Oldendorf: Eine Flämmaktion war außer Kontrolle geraten. Foto: Grabandt)

 

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Nachfolgend der Bericht von Jörg Grabandt, Sprecher der Landkreisfeuerwehr: "Die Feuerwehr und Rettungsdienste waren mit einem großen Aufgebot vor Ort. Das sich ausdehnende Feuer könnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden.

Am Mittwoch, 30.04.2014 wurde die FF Hessisch Oldendorf gegen 12:42 Uhr zu einem Garagenbrand in die Lange Straße gerufen. Auf der Rückseite eines Wohn- und Geschäftshauses hatte ein Bewohner versucht, mit einem Gasbrenner Unkraut abzuflämmen. Dabei geriet ein mit Holz verkleideter Garagenanbau in Brand. Noch während der Anfahrt wurde den Einsatzkräften mitgeteilt, dass sich vermutlich noch Personen in dem Haus befinden und dass in dem brennenden Anbau Gasflaschen gelagert werden. Die Alarmstufe wurde daraufhin auf Feuer3 erhöht. Neben der Schwerpunktfeuerwehr Hessisch Oldendorf wurden ebenfalls Feuerwehren aus dem Stadtgebiet von Hessisch Oldendorf sowie die Drehleiter aus Hameln und der Gerätewagen Atemschutz der Kreisfeuerwehr alarmiert. Standardmäßig ist bei Feuer3 auch der Fachberater THW in der Alarmschleife, so dass Ortsbeauftragter Tasler ebenfalls vor Ort war.

Aufgrund der Meldung, dass noch Personen im Haus sein sollten, zielten die ersten Maßnahmen der Feuerwehr auf die Personensuche im Gebäude ab. Zusätzlich zur Alarmstufe Feuer3 wurden noch die Alarmschleifen für Atemschutzgeräteträger aus den beiden anderen Stützpunktbereichen (Heßlingen und Fischbeck) gezogen, so dass genügend Atemschutzgeräteträger vor Ort waren.

Nachdem das Haus komplett abgesucht worden war, konnte festgestellt werden, dass sich keine Person im Gebäude befand. Parallel zur Personensuche wurde im zweiten Einsatzabschnitt die Brandbekämpfung von außen durchgeführt. Durch die enge Bauweise (Kirche und Sparkasse stehen nur wenige Meter entfernt) und die verschachtelten Verbindungen zwischen dem brennenden Anbau, der Garage und dem darüber liegenden Wohnhaus war höchste Eile geboten, um die Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Mit einem entschlossen und zügig vorgetragenen Löschangriff konnten die Flammen auf den Holzanbau beschränkt werden. Die mehrere Meter hohen Flammen zogen zwar die Fassade des Wohnhauses in Mitleidenschaft, verschonten jedoch die Zimmer des Wohnhauses. Lediglich der Brandrauch, der durch die geplatzten Scheiben in die Wohnung eindrang, sorgte dafür, dass die vorderen Zimmer für eine Zeit nicht bewohnbar sein werden.

Ein besonderes Augenmerk legten die Einsatzkräfte während des Löschangriffs noch auf mehrere im Gebäude befindliche Gasflaschen, die während des Einsatzes aus dem Gebäude geborgen werden konnten. Eine davon stand im unmittelbaren Brandraum und wurde in der Schaufel eines Radladers gekühlt aus dem Gefahrenbereich gefahren. Eine weitere Gasflasche war nicht unmittelbar den Flammen ausgesetzt.

Nach Ende des Löscheinsatzes wurde das stark von den Flammen angegriffenen Dach des Holzanbaus noch von Kräften des THW gegen Einsturz gesichert.

Landrat Tjark Bartels machte sich persönlich vor Ort ein Bild von der Lage und zollte den Einsatzkräften großen Respekt: “Durch das schnelle und umsichtige Handeln sind hier große Sachwerte vor den Flammen geschützt worden. Mein Dank und meine Anerkennung gilt allen eingesetzten Kräften, die diese Herausforderung erfolgreich gemeistert haben!“