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Weniger Forstarbeiten, mehr biologische Vielfalt
Landwirtschaftsminister Meyer: Niedersachsens Wälder sollen wilder werden

Dienstag 20. Oktober 2015 - Hannover (wbn). Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium will gemeinsam mit dem Umweltressort den Anteil der natürlichen Waldentwicklung (NWE) im Landeswald auf zehn Prozent erhöhen.

Pflegearbeiten und Holzernte sollen dort künftig unterbleiben. „Niedersachsens Wälder werden dadurch noch ein Stück wilder. Unzählige Tier- und Pflanzenarten werden davon profitieren und die biologische Vielfalt wird deutlich erhöht“, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) heute bei der Vorstellung des sogenannten NWE-10-Ziels.

 

 

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Zum Regierungswechsel 2013 waren nach Angaben des Ministeriums 5,1 Prozent des Landeswaldes nutzungsfrei. Gemeinsam mit dem Umweltministerium haben die Landesforsten seitdem fast 11.500 Hektar zusätzliche „Hotspots der Artenvielfalt" neu ausgewiesen. Mit rund 27.800 Hektar sind damit jetzt bereits 8,3 Prozent der Landeswaldfläche als nutzungsfrei gesichert.

„Das ist eine großartige Leistung unserer Landesforsten und ein Meilenstein für den Naturschutz, der Nachahmung auch in den Wäldern von Bund, Stiftungen und Kommunen verdient. Alle sind aufgefordert, zum Erhalt der biologischen Vielfalt beizutragen", so der Minister.

Im Weserbergland gibt es schon Naturwälder

Niedersachsen setzt mit dem NWE-Programm im Landeswald – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – Ziele der „Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt“(NBS) der Bundesregierung um. Hierzu zählt die natürliche Waldentwicklung auf fünf Prozent der gesamten Waldfläche und gleichzeitig auf zehn Prozent der Waldfläche in öffentlicher Hand bis 2020. Welche Flächen in Niedersachsen bereits nutzungsfrei sind und damit zur Artenvielfalt beitragen, wird auf einem neuen Internet-Portal transparent dargestellt, das die Vertreter von Landwirtschafts- und Umweltministerium heute starteten (http://www.nw-fva.de/NWE5ip). In der Region Weserbergland gehören dazu insbesondere Teile des Ith und Gebiete im Süntel und Deister.

Buchen- und Fichtenwälder machen bisher den größten Anteil aus

Bei der Auswahl der bisherigen Flächen für das NWE-10-Ziel seien bereits vorhandene Naturwälder, der Nationalpark Harz und die so genannten „Biologischen Hotspots“ – also biologisch vielfältige, aber gefährdete Gebiete – berücksichtigt worden, erklärt Kay Nitsche, zuständiger Abteilungsleiter im Umweltministerium.  „Der größte Anteil sind mit über 9.500 Hektar naturnahe, alte Buchenwälder, gefolgt von der Fichte mit 5.780 Hektar vor allem im Harz. Aber auch wertvolle alte Eichenbestände werden mit 1.740 Hektar aus der Nutzung genommen und tragen zur Wildnisentwcklung bei."

Bürger sollen Vorschläge für weitere Flächen machen

Um bis 2020 die Lücke bis zum Zehn-Prozent-Ziel zu schließen, sollen auch die Bürger mithelfen. Sie können eigene Vorschläge für weitere Landesflächen machen, die in das Programm aufgenommen werden sollen. Noch bis zum 18. Dezember 2015 können schriftlich eigene Vorschläge für weitere landeseigene Flächen eingesendet werden, die in die natürliche Waldentwicklung einbezogen werden sollen. Die zukünftigen Naturwald-Flächen müssen dabei mindestens 3.000 Quadratmeter groß und sollen dauerhaft nicht forstlich genutzt werden.

„Ich freue mich hier auf eine große Zahl interessanter Vorschläge für künftige naturnahe Waldgebiete“, so Minister Meyer. Bei der späteren Auswahl der Flächen spielen dann unter anderem die vorhandenen Baumarten, die Biotopvernetzung, der Totholzanteil, die Naturnähe sowie das Bestandsalter eine Rolle. Größere zusammenhängende Flächen sind besonders geeignet, das ganze Spektrum an Entwicklungsphasen natürlicher Wälder zu entwickeln.

 

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