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Der Kommentar

Die orientierungslose "Generation Navi"

Von Ralph Lorenz

Was immer diese junge Studentin (siehe vorausgegangene Meldung) studiert, sie sollte erst einmal Heimatkunde „studieren“. Wer sich durch ein unbeabsichtigtes Zwischenziel im Navigationsgerät in die Irre führen lässt und nicht rechtzeitig erkennt, dass er in die falsche Himmelsrichtung fährt, der erweist sich als orientierungslos.

Brakel liegt von Holzminden aus gesehen, dem Ausgangspunkt der Irrfahrt, im Westen. Der Solling im Osten. So hätte die Studentin schon an der Ortsausfahrt von Holzminden den Irrtum erkennen und umkehren müssen. Doch jetzt kommt eine weitere Lebensuntüchtigkeit hinzu. Der Irrglaube an die vermeintlich überlegene Intelligenz der Technik, gepaart mit dem Unvermögen jederzeit Unstimmigkeiten zu erkennen und zu korrigieren. Das könnte auch als Sturheit bezeichnet werden.

Fortsetzung von seite 1

 

Es ist doch logisch, dass die junge Fahrerin über kurz oder lang die Weser überqueren muss – und nicht den Solling.

Werden heute vor dem Start gar keine Gedanken mehr an einen Routenverlauf verschwendet?

Zur nächsten Dämlichkeit – sorry, das sage ich einfach mal so – kommt das Verhalten in der Wildnis.

Da ein verschneiter Waldweg nicht mehr dem Niveau einer Kreis- oder Landesstraße entspricht, von Bundesstraße ganz zu schweigen und also damit nicht unbedingt zielführend ist, müsste dieser Umstand jedem Autofahrer mit gesundem Menschenverstand verbieten auch nur einen halben Meter in diesen Irrgarten hineinzufahren.

Auch da haben alle Instinkte unserer Studentin versagt.

„Navi“ und „Naivität“ liegen vom Wortklang her schon mal dicht beieinander. In der Kombination sind sie verheerend.

Dann kommt als weitere Steigerung der Dämlichkeit auch noch das missglückte Wendemanöver auf verschneiter Oberfläche hinzu. An unbekanntem Ort auf unbekanntem Grund sollte vor Beginn des Wendemanövers die Bodenbeschaffenheit tunlichst erkundet werden.

Dazu ist bei Dunkelheit erforderlich: Scheinwerfer anlassen, Rückfahrscheinwerfer  – falls vorhanden – anmachen, dann aussteigen, mit den Füßen die Tragfähigkeit der schneebedeckten Fahrbahndecke erkunden, Glatteis beachten, Wendekreis abschätzen und den Radius auch wirklich sondieren und dann behutsam das Manöver ausführen.

Dazu ist es durchaus ratsam die Fensterscheibe herunterzulassen um auf Bodengeräusche zu achten. Sollten mehrere Anläufe erforderlich sein, dann diese auch ausführen. Nur so ist der Autofahrer / -in wortwörtlich auf der sicheren Seite.

Grundsatz: in unwegsamem Gebiet immer die Manövrierfähigkeit erhalten. Sodann Ziel neu eingeben, meinetwegen Navi neu starten.

Hilfsweise eine Karte (jawohl, das ist das Papier-„Navi“ aus dem vergangenen Jahrhundert) herausholen. Wenn nicht vorhanden, an der nächsten Dorfkneipe halten.

Der Wirt weiß immer wo’s lang geht. Sogar ohne Trinkgeld. Er hat auch einen heißen Kaffee zur Belebung der Sinne. Den Wirt erkennt man daran, dass er hinter der Theke steht. Notfalls auch einen Gast vor der Theke fragen.

Das waren früher die Grundfähigkeiten eines Autofahrers, der ohne Navigationsgerät von A nach B gefahren und zuverlässig angekommen ist. Er hatte vor Fahrtantritt einmal in die Karte geschaut und sich Wegpunkte gemerkt.

Er wusste wo Osten und Westen ist, Norden und Süden. Tagsüber half die Sonne, nachts das Bild der Sterne (Achtung: Was für Fortgeschrittene). Allein an den Autobahnnummern konnte er Querverbindungen ablesen oder eine Nord-Süd-Ausrichtung erkennen.

Solche Fertigkeiten werden offenbar in den heutigen Fahrschulen nicht gelehrt. Die Generation Navi bleibt sich selbst überlassen. Glaubt an die Allmacht der Technik-Helferlein.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Heutige Navigationsgeräte sind eine feine Sache für den ortsunkundigen Autofahrer, solange er nicht seinen Verstand an der Garderobe abgibt.

Die Technik darf nicht zur Entmündigung des Fahrers führen. Die Tendenz ist aber gegeben vor dem Hintergrund der selbststeuernden Autos.

Unserer durch Südniedersachsen irrenden Studentin sei aber geraten: Orientieren geht über Studieren.

Sie soll sich erst einmal in die Lage versetzen ohne Navi den Weg zu ihrer Uni zu finden und damit einen realistischen Beitrag zu ihrer Lebenstüchtigkeit leisten.

Nur wenn sie diese Grundfähigkeiten verinnerlicht hat, erweist sie sich als lernfähig und verschwendet nicht noch unsere Steuergelder. Das gilt auch für Studenten.

Der Mensch braucht einen inneren Kompass. Im Straßenverkehr, in der Bildungslandschaft, im Wertesystem, bei der Ethik, im Leben.

Aber wir wollen jetzt nicht unbedingt auch noch über Trump sprechen. Sonst verfahren wir uns.

 

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