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325.000 Captagon-Pillen: Paar aus Beverungen gesteht vor Gericht

325.000 Captagon-Pillen, versteckt hinter Solarmodulen, ein Straßenverkaufswert von rund fünf Millionen Euro: Am Landgericht Paderborn hat am 10. Juli 2026 der Prozess gegen ein Paar aus Beverungen begonnen. Beide Angeklagten haben bereits gestanden. Der Fall hat bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt.

Kleinkind schluckt Pille: Polizei entdeckt das Versteck

Der Fall kam durch einen Notfall ans Licht. Mitte Januar 2026 brachte eine Frau aus Beverungen ihre zweijährige Tochter ins Krankenhaus. Dem Kind ging es schlecht. Es hatte eine Captagon-Pille geschluckt. Die Ermittler durchsuchten daraufhin die Wohnung der Familie.

Spürhund Lemmy machte den Fund. Hinter Solarmodulen entdeckte er das Versteck mit 325.000 Pillen. Der Wirkstoff in Captagon ist Amphetamin. Das Mittel gilt als eine der am häufigsten geschmuggelten synthetischen Drogen im Nahen Osten.

Paar gesteht: Ziel war Saudi-Arabien

Vor dem Landgericht Paderborn gaben beide Angeklagten zu, an dem Schmuggel beteiligt gewesen zu sein. Das Paar lebt heute getrennt. Die Drogen sollten nach Saudi-Arabien gebracht werden, so die Aussagen im Prozess.

Der Straßenverkaufswert der sichergestellten Pillen beläuft sich auf rund fünf Millionen Euro. Damit handelt es sich um einen der größten Einzelfunde dieser Art in der Region Höxter.

Captagon: Eine Droge mit gefährlicher Wirkung

Captagon enthält Amphetamin und wirkt stark stimulierend. Die Pille hält Menschen über viele Stunden wach, unterdrückt Hunger und Schmerz. Für ein zweijähriges Kind kann schon eine einzige Pille lebensgefährlich sein.

Der Wirkstoff ist in Deutschland verboten. Captagon ist vor allem im Nahen Osten und auf der Arabischen Halbinsel verbreitet. Ermittler gehen davon aus, dass erhebliche Mengen des Stoffs in Europa produziert und dann dorthin geschmuggelt werden.

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Kreis Höxter im Fokus der Ermittler

Beverungen liegt im Kreis Höxter, an der Grenze zu Niedersachsen. Der Fund hat gezeigt, dass auch ländliche Regionen als Umschlagplatz für internationale Drogennetzwerke genutzt werden können.

Der Fall ist nicht der einzige aus dem Kreis Höxter, der derzeit die Justiz beschäftigt. Ebenfalls vor dem Landgericht Paderborn muss sich ein 35-Jähriger aus Höxter verantworten. Ihm wird vorgeworfen, 57 Kilogramm Marihuana aus Spanien und den Niederlanden in die Region gebracht zu haben.

Prozess am Landgericht Paderborn

Die Staatsanwaltschaft wird nun die genauen Tatumstände und die Rolle jedes Angeklagten im Schmuggelnetzwerk klären müssen. Wer die Drogen in Auftrag gegeben hat und wer die Lieferkette organisierte, ist bislang nicht abschließend bekannt.

Das Landgericht Paderborn ist für Strafsachen aus dem Kreis Höxter zuständig. Ein Urteilstermin steht noch nicht fest.

Fazit

Der Fall aus Beverungen zeigt, wie organisierter Drogenhandel auch in kleinen Städten des Weserberglandes verankert sein kann. Spürhund Lemmy und ein medizinischer Notfall haben ein internationales Schmuggelnetzwerk ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Ob das Geständnis zu milderen Strafen führt, wird das Gericht entscheiden.

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