Erste Saison der Rehkitzrettung Elfas im Kreis Holzminden

Im Kreis Holzminden hat die Rehkitzrettung Elfas ihre erste Einsatzsaison beendet. Das Fazit der Ehrenamtlichen fällt positiv aus. Mit Drohnentechnik spürten sie Rehkitze auf Wiesen auf, bevor die Mähmaschinen anrückten.
Ein Problem mit tödlichen Folgen
Jedes Jahr werden Zehntausende Rehkitze bei der Mahd getötet. Die Deutsche Wildtier Stiftung schätzt die Zahl auf bis zu 100.000 Tiere pro Jahr in Deutschland. Rehkitze liegen reglos im hohen Gras, wenn sie Gefahr wittern. Das ist ihr natürlicher Schutzinstinkt. Gegen schnell rotierende Mähwerke hilft dieser Instinkt jedoch nicht.
Im Kreis Holzminden verschärfte sich die Lage in den vergangenen Wochen zusätzlich. Mehrere Rehe wurden bei Verkehrsunfällen getötet. Ihre Kitze blieben schutzlos zurück. Die Rehkitzrettung Nordsolling rückte daraufhin mit Drohnen aus, um die verwaisten Jungtiere zu finden.
Drohnen als Werkzeug
Die Rehkitzrettung Elfas setzt auf Wärmebildkameras, die an Drohnen montiert sind. In den frühen Morgenstunden heben die Geräte ab. Zu dieser Zeit ist der Temperaturunterschied zwischen Tierkörper und Boden am größten. Die Kitze leuchten auf dem Wärmebild deutlich auf.
Das Bundesagrarministerium fördert die Anschaffung solcher Drohnen. Niedersächsische Gruppen können diese Förderung beantragen. Die Technik macht die Suche erheblich effektiver als frühere Methoden mit Stöcken und Suchhunden.
Zusammenarbeit als Grundlage
Hinter jedem Einsatz steckt Teamarbeit. Landwirte melden Mähtermine frühzeitig. Jäger kennen die örtlichen Reviere. Drohnenpiloten überfliegen die Flächen systematisch. Erst das Zusammenwirken aller drei Gruppen macht die Rettung möglich.
Dieses Modell hat sich auch andernorts bewährt. In der Rheinpfalz rettete die Rehkitzrettung Donnersberg im Jahr 2025 mehr als 700 Tiere. Dafür waren 58 Einsatztage und rund 1.300 freiwillige Arbeitsstunden nötig.
Erste Saison im Kreis Holzminden abgeschlossen
Die Rehkitzrettung Elfas zieht nach der Premierensaison eine ermutigende Bilanz. Genaue Zahlen zu geretteten Tieren lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Die Gruppe kündigte an, ihre Aktivitäten im kommenden Jahr fortzusetzen und auszubauen.
Mit der Mähsaison endet der Einsatz für die Tiere nicht automatisch. Verwaiste Kitze, wie jene nach den Verkehrsunfällen im Kreis Holzminden, brauchen besondere Betreuung. Die Freiwilligen koordinieren in solchen Fällen auch die Übergabe an zugelassene Wildtierauffangstationen.
Nachwuchs für die Gruppe gesucht
Um künftig mehr Flächen absuchen zu können, sucht die Rehkitzrettung Elfas weitere Unterstützer. Drohnenpiloten mit gültigem Kompetenznachweis sind ebenso willkommen wie Helfer am Boden. Vorkenntnisse in der Jagd oder Landwirtschaft sind hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Ehrenamt schützt Wildtiere
Die erste Saison der Rehkitzrettung Elfas zeigt: Freiwillige können mit überschaubarem Aufwand viel bewirken. Moderne Drohnentechnik und gute Absprachen zwischen Landwirten, Jägern und Ehrenamtlichen retten Leben. Im Kreis Holzminden hat sich dafür eine neue Struktur etabliert.



