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Der Gastkommentar
Die jüngste Ratingherabstufung: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe…


Von Klaus-Peter Wennemann

Die Ratingherabstufung von gleich neun Ländern, darunter Frankreich und Österreich, die ihr AAA und damit die Bestnote verlieren, ist ein Paukenschlag zu Beginn des Jahres. Reflexartig die Reaktionen der vereinigten Linken und leider auch einiger Politiker der Koalition: Schlimme Ratingagenturen! Am Besten verbieten. Sogar von einem Komplott gegen den Euro war die Rede.

Vergessen wurde dabei geflissentlich, dass auch die Bonität der USA vor einigen Wochen zurückgestuft wurde. Trotz aller verbalen Attacken, bleiben die Agenturen aber bei ihrer ausschließlich sachorientierten und transparenten Arbeitsweise und lassen sich, im Gegensatz zur deutschen Spitzenpolitikerin, nicht vom Wahlkampfgetöse des französischen Präsidenten einschüchtern. Das Urteil von Standard & Poor‘s über die Herabgestuften lautet: Lasst den Worten mehr Taten folgen und saniert die Haushalte konsequenter, schneller, aber vor allem glaubwürdiger und arbeitet  an einer Verbesserung eurer Wettbewerbsfähigkeit.

(Zum Bild: Der Gastautor dieses Beitrages ist Diplom-Ökonom und war Portfoliomanager bei der Capital Management International of Deutsche Bank, Frankfurt/New-York/Tokio für institutionelle Kunden, sowie in verschiedenen leitenden Funktionen im BHW. Im zurückliegenden Kommunalwahlkampf war er Landratskandidat der FDP. Foto: Wennemann)


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Das verursacht Schmerzen, denn an viele Wohltaten hat sich der Bürger gewöhnt und der Politik fällt es schwer Negativmeldungen zu verkaufen. Aber wir werden, auch in Deutschland, welches noch die beste Bonität und damit die geringste Zinslast hat, um weitere Maßnahmen nicht herum kommen, vor allem weil uns, durch die Haftungsgemeinschaft, das Ratingurteil und seine Konsequenzen direkt treffen. So warnte bereits heute ein enger Berater von Finanzminister Schäuble, dass auch ein Downrating des Schuldners Bundesrepublik Deutschland nicht auszuschließen ist.
Praktisch bedeutet die Ratingherabstufung der neun Länder, dass deren individuelle Zinsbelastung bei Kreditaufnahmen steigt. Besonders gefährlich ist aber, dass damit die Gefahr drastisch steigt, dass das ins Leben gerufene gemeinsame Emissionsvehikel auch sein AAA verliert. Das würde dann bedeuten, dass auf die Hauptträger der gemeinsamen Schuldenaufnahme, nämlich Deutschland und Frankreich, nochmals deutlich höhere Belastungen zukämen. Damit dürfte sich dann die immer wieder von Minister Schäuble versprochene und von Fachleuten nie ernst genommene, maximale Schuldenbelastung von 211 MilliardenvEuro durch den Bürgschaftsrahmen, in Luft auflösen.

Am Ende winkt dann die rot-grüne Transferunion

Konkret bedeutet das Downrating, dass für die, sich in den Portefeuilles von Banken und Versicherungen befindlichen Staatsanleihen, weitere Abschreibungen in Milliardenhöhe anfallen. Besonders bei den Landesbanken kann dieses dazu führen, dass beispielsweise für die NordLB weitere Kapitalmaßnahmen notwendig werden, die den Landeshaushalt belasten.

Die guten Nachrichten, dass die Bundesrepublik Deutschland aktuell kaum noch Zinsen für ihre neuen Anleihen zahlen muss, sollte deshalb immer auch vor dem Hintergrund der eingegangen Bürgschaften für die anderen EU- Länder gesehen werden. Die dicke Rechnung wird dann am Ende präsentiert.

Gut für die Exporteure, dass der Euro an Wert verliert, das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, die ohnehin schon den europäischen Nachbarn, vor allem Dank der Beliebtheit deutscher Autos in Asien, davonfährt.

Wie dieses allerdings zu einer Angleichung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Europa führen soll, hat mir noch keiner erklären können.
Am Ende winkt dann die rot-grüne Transferunion.
 

 



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