Ein ziemlich heißer Einsatz für acht Feuerwehren

Kampfmittelräumdienst im Einsatz! Pistolen, Revolver und Handgranate (!) in brennendem Hobbyraum

Bad Münder/Flegessen (wbn). Was als normaler Scheunenbrand gemeldet wurde, erwies sich heute Mittag als problematischer als gedacht und als besonderer Fall für den Kampfmittelräumdienst. Bei einem Brand in einem Nebengebäude in Flegessen bei Bad Münder wurden bis zu 40 Waffen und Waffenteile entdeckt, die zu einer erheblichen Erschwernis bei den Löscharbeiten führten.

Polizei und Feuerwehr wussten zunächst nicht, ob die Waffen geladen sind und Explosionsgefahr besteht. Zudem wurde auch eine Handgranate entdeckt. Später stellte sich dann heraus, dass sie keinen Zünder hatte. Jedenfalls war der Kampfmittelräumdienst intensiv gefragt, der Pistolen und Revolver in den verschiedensten Varianten vorfand. Zum Teil soll es sich um Kriegswaffen gehandelt haben. Unklar ist noch die Frage, inwieweit Verstöße gegen das Waffengesetz vorliegen. Etwa auch durch unsachgemäße Lagerung der Waffen. Die Schießeisen waren in einem werkstattähnlichen Raum, in dem sich auch ein Fahrzeug befand, das völlig ausgebrannt ist.

(Zum Bild: Das Übergreifen der Flammen auf das angrenzende Wohnhaus und auf die Scheune konnte verhindert werden. Foto: C.Sill / FF Bad Münder)

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Die Brandursache ist noch unklar. Die Brandermittler haben den Brandort zunächst einmal beschlagnahmt. Insgesamt fünf Stunden dauerten die Löscharbeiten, an denen sich die Freiwilligen Feuerwehren aus Flegessen, Hachmühlen, Hasperde, Brullsen, Klein Süntel sowie die Feuerwehr des Landkreises in einer Stärke von gut 80 Mann beteiligten.

Vor Ort waren neben dem Kampfmittelräumdienst, der Polizei Bad Münder und dem DRK Bad Münder auch die Untere Wasserbehörde. Mit vereinten Kräften konnte das Übergreifen der Flammen aus dem Nebengebäude auf das Wohnhaus und die Scheune verhindert werden.

Ein Anwohner hatte Qualm aus dem Gebäude dringen sähen und verdächtiges Knistern gehört. Als die ersten Feuerwehrfahrzeuge am Brandort in der Gülichstraße in Flegessen eintrafen, stand bereits der ganze Dachstuhl des Nebengebäudes in voller Ausdehnung in hellen Flammen.

Bei den Löscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann am Finger, zwei ältere Hausbewohner wurden vorsorglich in ärztliche Behandlung gebracht weil Verdacht auf eine Rauchvergiftung bestanden hat.

Der Sachschaden wird von der Polizei zunächst auf 50.000 Euro beziffert.