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Stolpersteine: Gunter Demnig legt auch Hameln das Leid zu Füßen

Hameln (wbn). Immer mehr sogenannter Stolpersteine erinnern in Hameln an die Opfer des Nationalsozialismus. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat vor wenigen Tagen am Münsterkirchhof, in unmittelbarer Sichtweite zur Münsterkirche, zwei Gedenksteine in Erinnerung an die jüdischen Eheleute Bernstein in den Boden gelassen. Direkt vor dem Haus, aus dem sie von den Nazis verschleppt worden sind. Demnig macht es seinen Zeitgenossen einfach. Niemand muss über seine Stolpersteine wirklich stolpern. Doch wer mit dem Herzen durch die Rattenfängerstadt geht und bereit ist, vor dem Unrecht nicht die Augen zu verschließen, der wird sehen.

Es sind die Gedenksteine an jene Menschen, Familien, Kinder aller Altersstufen, die auch in der Idylle der Rattenfängerstadt Hameln zum wehrlosen Opfer der Naziverbrechen geworden sind. Was nahe geht, ist die Nähe zum Alltag. Die Steine im Andenken an die Eheleute Bernstein sind zum Beispiel unmittelbar vor den Grundmauern des ehemaligen "Bernsteinschen Hauses" eingelassen worden.
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Das Sandstein-Gebäude war einmal der Stolz der Stadt, erbaut im repräsentativen Berliner Kaufhausstil. Mit einem breiten Angebot modischer, tragbarer Alltagskleidung für den Bedarf in der Region.

Solche Unternehmer werden heutzutage gern als Leitbilder bewundert. Damals wurden sie von den Nazis jedoch nach der "Machtergreifung" geächtet und enteignet. Zeitzeugen von  damals leben noch unter uns. Und die Weserbergland-Nachrichten.de haben mit einer Frau gesprochen, die als Kind noch vor den prächtigen Auslagen stand und von ihrem Vater einen roten Mantel bekommen sollte. Und sie hörte in ihren jungen Jahren die "Kauft-nicht-bei-Juden"-Parolen der damaligen Zeit.

Der Hamelner Chronist und Historiker Gelderblom hat zusammen mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig bei einem Rundgang durch Hameln neun Orte aufgesucht, an denen die Stolpersteine zur Erinnerung an jene, für die heutige Jugend unvorstellbare Zeit, in das Pflaster gelassen worden sind. Die Weserbergland-Nachrichten.de haben in diesem Film an zwei Stationen die Gruppe begleitet, die wie immer von "Regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln e.V." zusammengestellt worden ist.

Neben den Eheleuten Bernstein und der Jüdin Martha Cohn wurde noch folgenden Nazi-Opfern in Hameln gedacht: Henriette Herz, Osterstr. 5, J. Michaelis/ l. Weinberg, Osterstr. 7, Familie Marcus, Osterstr. 13, Geschwister Bloch, Osterstr. 36, Georg Reichmann, Alte Markstr. 52, Familie Frankenstein, Neue Marktstr. 13, Familie Hohenstein,164er Ring 35.

Viele Hamelner werden über diese Erinnerungs-Steine aus den verschiedensten Gründen hinweggehen. Gunter Demnig nimmt dies gelassen in Kauf. Doch er hofft auf eine junge Generation, die nicht gedankenlos über den geschichtsträchtigen Boden von Hameln hinwegstolpert. Und sich künftigen extremistischen Rattenfängern verweigert.

So wird das Kopfsteinpflaster mit dem Metallaufsatz zum Kopf-Stein für jene, die nachdenken wollen - und aufmerksam schauen, wo sie hingehen.

Hinweis der Redaktion:
Eine ereste Audio-Nachricht der Weserbergland-Nachrichten.de erfolgte aktuell bereits am Tag der Stolpersteinverlegung.
 

 



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