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Auch beim Feiern beweist sie Stil

Die Bank, bei der die Menschen zählen - 100 Jahre Sparkasse Weserbergland. Ein Puzzle des Erfolges

Hameln (wbn). Die Sparkasse, die einen Wehrpflichtigen vor dem Wehrdienst bewahrt, gibt es das? Die Sparkasse, die der Rentnerin das Geld an die Tür bringt und nebenbei ein Leben rettet? Ist das denkbar? Es sind die kleinen Begebenheiten, mit denen sich das Große und Ganze erahnen lässt.

Friedrich-Wilhelm Kaup, Vorstandsvorsitzender des Sparkasse Weserbergland, hätte an jenem Jubiläumsabend zum hundertjährigen Bestehen der Sparkasse Weserbergland das tun können, was den Bankern immer gerne nachgesagt wird. Als Zahlen-Menschen sich an den wirklich vorzeigbaren Erfolgszahlen festzuhalten. Doch er ist nunmal auch der  Mensch fürs Menschliche.

Mit der Unterschrift von Graf Pilati hat alles begonnen

Und so berichtet er den gut 200 festlich gestimmten Gästen von der kleinsten Geschäftsstelle der Sparkasse Weserbergland, in der „Frau Paulun“ Gutes tut.

Die Sparkassendame hat nämlich das gemacht, was man sonst nicht macht. Durch den Türschlitz geschaut als sie einer betagten Kundin den Weg ersparen wollte und das Geld nach Hause brachte. Damit hat sie der gebrechlichen Rentnerin, die gestürzt war und aus eigenen Kräften nicht mehr hoch kam, tatsächlich das Leben gerettet. Anderen auf die Beine helfen, das war auch der Grundgedanke als vor 100 Jahren ein gewisser Graf Pilati, seineszeichens Landrat im heutigen Landkreis Hameln-Pyrmont den Beschluss zur Errichtung einer Sparkasse für den Kreis Hameln im Jahr 1910 unterschrieb.

Manche Weitweg- und Großbanken behaupten das zwar auch von sich, aber sehen lässt sich von denen niemand – außer zur Werbezeit im Fern-Sehen.

(Zum Bild oben: Ehre, wem Ehre gebührt - Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte beglückwünscht Friedrich-Wilhelm Kaup (rechts) und Wilhelm Brüggemann zu der Sparkasse-Weserbergland-Medaille in Gold. Das Foto darunter: Zwei sichtlich gut gelaunte Jubiläumsgäste bei der Widmung zum Hundertjährigen: Thomas Mang, der Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen mit dem Verbandsgeschäftsführer Günter Distelrath. Fotos: wbn)

Fortsetzung von Seite 1

„face to face“ – das Geschäftsprinzip der größten Privatbank in der Region Weserbergland lässt sich auch in modernem Business-English beschreiben, denn es musste für manche erst ein Krise kommen um die Augen zu öffnen für die Stärken des Sparkassenmodells über 100 Jahre hindurch.

Auf Augenhöhe als mittelständisches Unternehmen mit den Mittelstandsbetrieben an einer erfolgreichen Zukunft im Weserbergland zu schmieden, das ist die Vertrauensbasis, die Friedrich-Wilhelm Kaup als Vorstandsvorsitzender und Landrat Rüdiger Butte in seiner Funktion des Verwaltungsratsvorsitzenden beschrieben haben. Das gilt bis hinunter zu dem heute gar nicht mehr so kleinen Mann. So hat in den 50er Jahren ein gewisser Helmut Reichel, seines Zeichens Eisenbahner, einen „Wechsel“ zugesprochen bekommen, um sich einen Roller zu kaufen. Seine spätere Frau schwang sich im Petticoat damals hinten drauf und so fuhren sie denn in den Tanzschuppen der damaligen Zeit vor – bis zum „Felsenkeller“.

Zum Eheglück kamen aber auch noch ganz andere Zinsen: Eben jener Helmut Reichel wurde aufgrund der Sparkassen-Finanzierung nicht zum „Bund“ eingezogen, weil die Schuldner damals eben an der Abzahlfront in den sich abzeichnenden Wirtschaftswunderjahren besser aufgehoben waren. So ist Reichel der lebende Beweis dafür, dass man in der Region tatsächlich mit der Sparkasse Weserbergland „gut fährt“. Der Mann wäre sicher gerne gesehen gewesen, als sich die Festgäste, vorbei an lodernden Fackeln un d einem gutgelaunten Butler im zum Festsaal verwandelten Sparkassenfoyer hinter der Barockfassade des Zentralgebäudes einfanden.

Doch Reichel rollt schon wieder durch Deutschland – mit dem selben Heinkel-Roller und der gleichen Frau. Alte Liebe rostet nicht. Und dabei hatte die hundertjährige Sparkasse des Kreises 1910 mal als Spar-Kasse angefangen. Friedrich-Wilhelm Kaup: „Mit zwei Beamten in zwei Zimmern.“ Sparsam untergebracht im alten Gebäude der Kreisverwaltung am Pferdemarkt.  Kaups Kollege vor 100 Jahren, ein gewisser Rendant Fasterling, hatte sein Büro in der ehemaligen Küche des Kreishauses. Zwei Beamte hätten damals in der Sparkasse gearbeitet.

Fünf Stunden am Tag. Den Rest dienten sie in der Kreisverwaltung.

Warum das Geld in die Schweiz tragen? „Über sämtliche Einlagen wird unbedingt Verschwiegenheit nach allen Richtungen hin gewahrt, insbesondere gegenüber der Steuerverwaltung. Die Einlagen bleiben vollkommen geheim und Auskünfte an Steuer- oder andere Behörden werden niemals erteilt“ – so stand es vor 100 Jahren in Sachen Bankgeheimnis dick unterstrichen auf einem Plakat. Und Kaup steht dazu: „Diese eindeutige Aussage hat dem Wortlaut nach noch heute Bestand.“ Drei Nasen kümmerten sich einst um die pekuniären Angelegenheit im Dunstkreis der Rattenfängerstadt. Heute sind es 373 Mitarbeiter. Damals wie heute gilt: Die Überschüsse der Sparkasse des Kreises kommen den Bewohnern des Landkreises zugute.

Perfektioniert wird das noch durch die die dynamische Bürgerstiftung der Sparkasse Weserbergland mit ihren Zustiftungen. Im Jubiläumsjahr hat sich das Geschäftsgebiet der Sparkasse als Puzzle in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit eingeprägt. Eine geniale Marketing-Symbolik, die aufzeigt wie sich die Stadtsparkassen Bodenwerder und Hessich Oldendorf als leistungsstarke Bauteile nahtlos in das Gesamtbild eingefügt haben.

Und irgendwie haben all die Filialen der Sparkasse Weserbergland den Spagat geschafft: Das klassische Geschäftsmodell kommunaler Trägerschaft und regionaler Verwurzelung mit dem Online Banking und der Sparkasse „to go“, vor allem aber dem Rund-um-die-Uhr-Service der SB-Stellen zu verknüpfen. Allein in den zurückliegenden fünf Jahren wurden 25 Millionen Euro in die Geschäftsstellen investiert, wie Thomas Mang dem Vorstandsvorsitzenden Friedrich-Wilhelm Kaup und dessen Vorstandskollegen Thomas Greef anerkennend bestätigte. 70 Prozent dieser Investitionen seien wiederum an die heimischen Handwerker ergangen. Beweiszahlen statt frommer Worte.  Beliefen sich die Spareinlagen 1910 noch auf 155.770 Mark und 92 Pfennig, wie Mang erinnerte, so seien es heute „stattliche 1,15 Milliarden Euro“.

Damit dreht die Sparkasse an der Weser ein großes Rad.  Das Vertrauen musste sich die Regionalbank aber in all den hundert Jahren auch erst hart erarbeiten. Jener Graf Pilati muss es von Anfang an gehabt haben. Er war der erste Kunde und Einzahler mit der Kontokarte Nummer 1. Stolze 30.000 Mark waren das.

Die Bauern der Region haben dem Braten aber nicht getraut, der da in der Hinterzimmerküche des Kreishauses am Pferdemarkt köchelte. Die sollen tatsächlich damals spontan aufgetaucht sein und ihr Geld zurückverlangt haben – nur um es nachzuzählen und dem Kassier wieder zu überantworten.

Die Bauern im Weserbergland machen das heute per Online-Banking.  Oder mit ihrem Smartphone auf dem Feld. Diese Alles-Paletti-Vision hätte den weitsichtigen Pilati allerdings von den Socken gefegt.

(Zu den Bildern in der Fortsetzung von oben nach unten: Vorstandsvorsitzender Friedrich-Wilhelm Kaup mit der Projektion des historischen Gebäudes im Hintergrund, in dem die Bank ihren Anfang nahm. Wirtschaftswunder-Motiv aus dem Sparkassenfilm, der die Erfolgsstory der Sparkassen in Deutschland im Zeitraffer Revue passieren ließ. Fähnchen schwenkende Mitarbeiter und die Band der Hamelner Berufsschullehrer. Ganz unten: Hier ist das vielstrapazierte Wort vom Ambiente einmal angebracht: die stilvolle Dekoration mit floristischen Trompetenstößen aus dem Blumenhaus Ehlerding - die Trompetenblumen waren der Hingucker. Fotos: wbn)  

 

 



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