Hessisch Oldendorf: 500 Euro Zuschuss für Heimspeicher geplant

In Hessisch Oldendorf sollen Privatleute künftig Geld vom Ort bekommen, wenn sie einen Batteriespeicher kaufen. Die Ratsgruppe von SPD und Grünen hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Vorgesehen ist ein kommunales Förderprogramm mit einem Zuschuss von bis zu 500 Euro pro Haushalt.
Was die Ratsgruppe konkret vorschlägt
Der Antrag richtet sich an Haushalte, die eine Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher kombinieren wollen. Die Förderung soll den Kauf solcher Speichersysteme erleichtern. SPD und Grüne sehen darin einen lokalen Beitrag zur Energiewende.
Ein moderner Batteriespeicher kostet je nach Kapazität und Hersteller zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Der kommunale Zuschuss von bis zu 500 Euro deckt damit nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten. Er kann aber als Ergänzung zu Förderprogrammen von Bund und Land genutzt werden.
Batteriespeicher im Weserbergland auf dem Vormarsch
Auch in der Region wächst das Interesse an Speichertechnologien. Für das Stadtgebiet Hessisch Oldendorf wurden im Zeitraum von Januar bis Mai 2026 neue Batteriespeicher in Betrieb genommen. Die genauen Standorte sind nach Postleitzahlbereichen erfasst.
Im gesamten Weserbergland gelten Photovoltaik und Batteriespeicher als wirtschaftlich attraktiv. Wer investiert, kann auf bundesweite Regelungen und lokale Programme zurückgreifen. Das Programm in Hessisch Oldendorf würde diese Angebote um eine weitere kommunale Säule ergänzen.
Nachfrage nach Förderung ist erfahrungsgemäß hoch
Frühere Förderprogramme zeigen, wie groß der Bedarf ist. Als im Januar 2021 eine Förderrichtlinie für Batteriespeicher mit 2,5 Millionen Euro aufgelegt wurde, gingen innerhalb von vier Wochen mehr als 1.240 Anträge ein. Das Budget war damit vollständig ausgeschöpft.
Auch im Weserbergland haben die Stadtwerke Hameln das Thema auf der Agenda. Der Energieversorger plant neben anderen Großprojekten den Bau eines eigenen Batteriespeichers.
Förderung als Teil einer breiteren Strategie
Batteriespeicher lassen sich zu größeren Einheiten zusammenschalten. Mehrere Systeme können dabei Kapazitäten im dreistelligen Megawattstunden-Bereich erreichen. Für private Haushalte geht es um deutlich kleinere Dimensionen.
Wer einen Speicher betreibt, kann selbst erzeugten Solarstrom zwischenspeichern und abends oder nachts nutzen. Das senkt den Strombezug aus dem Netz und langfristig die Abhängigkeit von schwankenden Strompreisen.
Kritische Stimmen zur kommunalen Förderung
Nicht alle bewerten solche Programme positiv. Bei vergleichbaren Förderanträgen auf Landesebene hatte die FDP-Landtagsfraktionsvize Annabell Krämer kritisiert, dass damit falsche Prioritäten gesetzt würden. Ähnliche Debatten könnten auch in Hessisch Oldendorf entstehen, sobald der Stadtrat über den Antrag berät.
Kleiner Zuschuss, kommunalpolitisches Zeichen
Das geplante Förderprogramm ist finanziell überschaubar. Wenn der Stadtrat zustimmt, erhalten Bürgerinnen und Bürger eine zusätzliche Unterstützung beim Einstieg in dezentrale Energiespeicherung. Die Entscheidung darüber liegt nun beim Rat der Stadt.



