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Nach den Vorkommnissen in Wolfsburg die Notbremse gezogen

Uneinsichtigkeit der Angehörigen zwingt Gesundheitsministerin Reimann zu Aufnahmestopp in Alten- und Pflegeheimen

Montag 30. März 2020 - Hannover / Wolfsburg (wbn). Niedersachsens Gesundheitsministerin Reimann hat heute einen Aufnahmestopp für Alten- und Pflegeheime in Niedersachsen verhängt. Aus gegebenem Anlass.

Die Unvernunft und Uneinsichtigkeit von Angehörigen betagter Mitbürger hat die Gesundheitsministerin des Landes Niedersachsen zu drastischen Maßnahmen greifen lassen. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat am heutigen Montag einen Aufnahmestopp für Alten- und Pflegeheime in Niedersachsen erlassen. Hintergrund ist der Fall einer Einrichtung in Wolfsburg, in der innerhalb kürzester Zeit 15 Bewohnerinnen und Bewohner an COVID-19 verstorben sind - Stand Sonntagabend.

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Zahlreiche weitere Heimbewohner haben sich mit dem Corona-Virus infiziert. „Die Entwicklungen lassen uns keine andere Wahl als noch härtere Bandagen anzulegen und weitere Maßnahmen anzuordnen", sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann vor Journalisten in Hannover.
Ausnahmen vom Aufnahmestopp gibt es nur, wenn die Einrichtung eine zweiwöchige Quarantäne der neuen Bewohnerin oder des neuen Bewohners gewährleisten kann oder wenn die Neuaufnahme in einer singulären Kurzzeitpflegeeinrichtung oder Reha-Einrichtung erfolgt, die gezielt für diese Funktion hergerichtet wurde.
„Bereits zu Beginn der Ausbreitung des Virus war schnell klar, dass besonders alte und gesundheitlich beeinträchtige Menschen besonders gefährdet sind. Wir haben dem frühzeitig mit restriktiven Maßnahmen Rechnung getragen", erläuterte Ministerin Reimann. Am 10. März war ein Betretungsverbot unter anderem für Alten- und Pflegeheime ausgesprochen worden für Reiserückkehrer aus Risikogebieten.
Am 16. März wurde das Besuchs- und Betretungsverbot auf alle einrichtungsfremden Personen ausgeweitet. Parallel hierzu wurden fortlaufend die Spitzenverbände der Heimbetreiber darüber unterrichtet, wie der Schutz sowohl von Bewohnerinnen und Bewohnern als von auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu gewährleisten ist.
Reimann: „Doch trotz aller Beschränkungen, Bitten und Auflagen haben uns leider zahlreiche Hinweise erreicht, dass das Besuchs- und Betretungsverbot nicht überall befolgt wurde."
Als besonders unverantwortlich bezeichnete die Ministerin die mehrfach berichtete Praxis, wonach Familienangehörige mit Heimbewohnern die Einrichtung verließen, um gemeinsam mit ihnen im Kreis der Familie Zeit zu verbringen. Dabei setzten sie ihre Angehörigen einer erheblichen Infektionsgefahr aus.

„Auch wenn es schwer ist für die Angehörigen, bitte besuchen Sie Ihre Lieben nicht! Damit schützen Sie nicht nur Ihre eigene Mutter und Ihren eigenen Vater, sondern Alle - auch die anderen Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung und nicht zuletzt auch die dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", appellierte Ministerin Reimann an die Bevölkerung.

„Die Einschränkung von sozialen Kontakten, Besuchsverbote und die konsequente und frühzeitig Isolierung von Erkrankten ist das einzige Mittel, was uns derzeit im Kampf gegen Corona zur Verfügung steht. Solang es keine Therapie, keine Impfung gibt, hilft nur Distanz."

Das Gesundheitsministerium wird den entsprechenden Erlass noch im Laufe des Montags den Landkreisen, kreisfreien Städten und der Region Hannover übermitteln.

 

 

 

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