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Polizeieinsatz in der ehemaligen Jahn-Realschule in Lübbecke
Streit unter Syrern und Afghanen eskaliert – mehrere Verletzte nach Massenschlägerei in Flüchtlingsunterkunft

Montag 4. Januar 2016 - Lübbecke (wbn). Tumultartige Szenen gestern Abend in der ehemaligen Jahn-Realschule in Lübbecke: Bei einer Massenschlägerei zwischen mehr als 30 Zuwanderern sind vier Menschen verletzt worden, zwei davon mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Ein Flüchtling hatte dem Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes in den Arm gebissen, eine schwangere Bewohnerin bekam im Gemenge einen Stoß gegen den Bauch ab. Die Polizei war mit insgesamt sieben Streifenwagen vor Ort, konnte der Lage schließlich Herr werden. Auslöser des Streits waren offenbar Beleidigungen gegen die Ehefrauen der beiden 24 und 42 Jahre alten Haupttäter.

 

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Nachfolgend der detaillierte Polizeibericht aus Minden:

„Ein Streit unter Bewohnern der Unterkunft für Zuwanderer in der ehemaligen Jahn-Realschule in Lübbecke ist am Sonntagabend eskaliert. Bei der zum Teil handfesten Auseinandersetzung, an der sich zeitweise über 30 Personen aus Syrien und Afghanistan beteiligt haben sollen, wurden drei Bewohner sowie ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes verletzt. Eine 22-jährige schwangere Frau erhielt in dem Getümmel einen Stoß gegen den Bauch. Sie wurde vorsorglich ins Krankenhaus eingeliefert. Ein 42-jähriger Mann aus Afghanistan erlitt Gesichtsverletzungen und wurde ebenfalls mit einem Rettungswagen ins Klinikum gebracht.

Noch vor dem Eintreffen der Polizei hatten die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die drei mutmaßlichen Auslöser des Streits voneinander trennen können. Dabei erlitt eine 24-jährige Sicherheitskraft eine Bisswunde am Arm. Die Beamten waren nach Eingang der vom Sicherheitsdienst gegen 19.40 Uhr abgesetzten Meldung mit vier Streifenwagen ausgerückt. Da die Lage in der Unterkunft angespannt blieb, wurden später noch drei weitere Einsatzfahrzeuge entsandt.

Die Ermittlungen der Polizei gestalteten sich aufgrund der emotionalen Situation und den Sprachproblemen als schwierig. Ersten vorläufigen Erkenntnissen zufolge soll es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einem 24-jährigen Syrer und einem 42-jährigen Mann aus Afghanistan gekommen sein. Beide beschuldigten sich später gegenseitig ihre jeweiligen Ehefrauen beleidigt zu haben. Daraus soll sich eine handfeste Keilerei zwischen den Männern entwickelt haben, in deren Verlauf sich der Bruder (19) des 24-Jährigen einmischte. Um welche Art von Beleidigungen es sich gehandelt haben könnte und wer zuerst zuschlug, blieb am Abend unklar.

Fest steht allerdings, dass neben dem Einsatz von Fäusten auch zu einem Stuhl gegriffen wurde. Damit soll der 42-Jährige einen 35-jährigen Syrer leicht am Bein verletzt haben. In Folge der Auseinandersetzung sollen sich dann verschiedene Familienmitglieder und Landsleute beteiligt haben. Selbst in Anwesenheit der Polizisten kam es zwischen den beteiligten Gruppen immer wieder zu vereinzelten Tätlichkeiten.

Ein Verantwortlicher der Unterkunft veranlasste, dass mehrere an der Auseinandersetzung beteiligte Zuwanderer noch am Abend in andere Unterkünfte verlegt wurden. Außerdem wurde die Anzahl des Sicherheitspersonals erhöht. Nachdem sich die Gemüter beruhigt hatten, konnte die Polizei am späten Abend nach und nach ihre Kräfte wieder abziehen.

Die ehemalige Schule an der Jahnstraße war im September vergangenen Jahres als Notunterkunft für Zuwanderer eiligst hergerichtet worden. In ihr können bis zu 300 Menschen Unterkunft finden. Gegenwärtig sind dort 240 Personen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern untergebracht. Die meisten von ihnen stammen aus Syrien, Afghanistan, Irak, Iran und Bangladesch.“

 

 



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