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3.500 Artikel auf 800 Quadratmetern

Nach vierzehn Jahren am Ziel: Der neue Netto-Markt im Herzen von Coppenbrügge war bis zuletzt ein Politikum

Von Ralph Lorenz

Coppenbrügge (wbn). Hartmut Greve, das coole Schlitzohr von der Coppenbrügger Rats-SPD. Taucht auf mit zwei Blumensträußen, die Greve zur Einweihung des Netto-Marktes effektvoll überreicht. Das freundliche Lächeln des CDU-Fraktionsvorsitzenden Thorsten Kellner kristallisiert in Sekundenschnelle zum Killerblick.

Gut, dass Blicke nicht töten können. Wenn die Eröffnung des Großdiscounters im Herzen von Coppenbrügge so etwas wie eine Ziellinie markiert, dann hätte das Photo-Finish zwei bekannte Nasen im langwierigen Kampf um die Lorbeeren gezeigt, die Ortsmitte mit diesem Nahversorger attraktiver zu machen. Kellner und Greve, Kopf an Kopf. Dabei ist die Sache eigentlich klar für die eingeweihten Lokalhistoriker. Die SPD hat sich, wann immer das möglich war, bei diesem Projekt quer gestellt. Übertroffen wurde das stets nur noch von dem Investor, der wie eine Sphinx sich zeitweise in Schweigen gehüllt hatte.

Öffentlich sind schon Wetten abgeschlossen worden, wann und ob denn überhaupt die Nettomarkt-Planer zu Potte kommen dürfen. Das Netto-Management zeigte wiederum eine Verhandlungsgeduld, die fast schon sportlich zu nennen war. Doch wie es so ist im Leben, der Erfolg hat viele Väter und so stand denn Hartmut Greve plötzlich unverdientermaßen mit Blumenstrauß in der ersten Reihe.  Helmut Zeddies und Klaus Münchhausen, das Doppelpack aus den Zeiten, da die Rathäuser noch zweigleisig geführt wurden, erinnern sich noch zu gut, wie 1996 alles anfing.

(Zu den Bild: Gebietsverkaufsleiterin Spieß mit Netto-Manager Hartmann und Investor Hobein (rechts). Der Netto-Markt fügt sich jetzt gut in das Burggelände ein. Die SPD hatte seinerzeit einen größeren Abstand zum Burggraben verlangt. Foto: Lorenz)

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Beide haben das Projekt mit angestoßen, Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka hat es zum festen Bestandteil seiner Burgparkplanung gemacht und energisch vorangetrieben. Er hat so manchen Architekten kommen und gehen sehen und harte Verhandlungen erlebt, die er lieber für immer in seinem Herzen begraben möchte. Doch jetzt stehen sie alle da, mit und ohne Sektglas oder Blumen und loben die gute Standortwahl und das treffliche Nettomarkt-Konzept.

Gebietsverkaufsleiterin Spieß  von Netto verweist auf 4.176  Filialen im Bundesgebiet, auf das ausgefeilte Sortiment mit Kampfpreisen und darauf, dass mit dem Nettomarkt in Coppenbrügge zehn weitere Arbeitsplätze geschaffen worden sind. Die Landbäckerei aus Hajen hat die Gunst der Stunde erkannt und sich mit ihrem Angebot in die 800 Quadratmeter große Verkaufsfläche eingeklinkt.

Ulrich Pooch als Marktleiter und Benjamin Burmester als Verkaufsleiter in Coppenbrügge zweifeln nicht an der exzellenten Standortwahl direkt an der Bundesstraße 1. Sie sind zuversichtlich, dass dieses Angebot mit 3.500 Artikeln nicht nur von der Coppenbrügger Bevölkerung zügig angenommen wird. Netto-Manager Hartmann, der von Anfang an das Netto-Marktprojekt mit angeschoben hatte, wirkte an diesem Montag abend sichtlich entspannt. Ebenso die beiden Damen Escher und Sohr, die sich bescheiden im Hintergrund halten und an deren ungewöhnliche Rolle Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka in seinem Grußwort erinnerte.

Neben dem Dank an Hartmann, Investor Hobein und Architekt Walter Greve wies Peschka nämlich darauf hin, dass die genannten Coppenbrüggerinnen eine Unterschriftenliste zugunsten des Nettomarktes ins Leben gerufen hatten. Sie gingen eifrig von Haus zu Haus. Auch der Seniorenbeauftragte Wollenberg legte sich für den Nahversorger ins Zeug. Damit stemmten sie sich gegen die örtliche SPD, die Zweifel am Bedarf für einen solchen Markt in der Ortsmitte und große Bedenken wegen der Nähe zum Burggraben geäußert hatte.

Eigentlich hätte Greve beide Blumensträuße in erster Linie diesen beiden initiativfreudigen, wackeren Bürgerinnen reumütig überreichen müssen – gewissermaßen zur Wiedergutmachung.

So gesehen hatte Greve nun doch keine Blumen mitgebracht… Und CDU und FDP hatten es in dieser Beziehung erst gar nicht nötig gehabt.

Der Netto-Markt in Coppenbrügge ist selbst am Tag der Eröffnung noch ein Politikum geblieben.

(Zu den Fotos Mitte: Ulrich Pooch als Marktleiter und Benjamin Burmester als Verkaufsleiter (rechts) zeigen sich optimistisch. Fotos darunter: Gemeindebürgermeister Peschka bei seinem Grußwort, unten bei der Marktbegehung mit SPD-Ratsherr Hartmut Greve und Ortsbürgermeister Kuppig aus Herkensen. Fotos: Lorenz)

 

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