Polizei: Versuchtes Tötungsdelikt - Was ist nur los in den Familien?

Das Blutwochenende: Auch in Holzminden zieht ein Mann das Messer gegen die eigene Ehefrau - Klinge verfehlt nur knapp Halsschlagader

Holzminden/Hildesheim (wbn). Die Polizei spricht diesmal klar von einem „versuchten  Tötungsdelikt“. Schon wieder eine brutale Messer-Attacke gegen die eigene Ehefrau! Was ist nur los an diesem Wochenende?

Nachdem gestern bekannt wurde, dass in Hannover-Stöcken ein 62-Jähriger seiner Frau am Mittagstisch im Streit das Messer in den Bauch gerammt hatte, kommt heute aus Holzminden die schockierende Nachricht von den lebensgefährlichen Messerstichen eines 53-Jährigen gegen die 31-jährige Ehefrau. Die Tat hatte sich ebenfalls gestern zugetragen, eine Stunde vor dem blutigen Geschehen in Hannover. Doch alles war in Holzminden noch viel schlimmer, wenn es überhaupt noch eine Steigerung gibt. Nur knapp stieß der Mann in der gemeinsamen Wohnung in Holzminden die Klinge eines Taschenmessers an der Halsschlagader seiner Ehefrau vorbei mehrfach in den Hals. Die Frau wäre sofort verblutet, wenn er getroffen hätte. Für die Polizei ergibt dies schon einen klarer Hinweis, dass er offenbar töten wollte oder offenbar den Tod des Opfers in kauf genommen hat. Der Täter sei alkoholisiert gewesen, heißt es.

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Hier die polizeiliche Schilderung des Tatvorganges im Einzelnen: Brutal endete am Sonnabend der Streit eines Ehepaares in der gemeinsamen Wohnung in Holzminden. Ein 53-jähriger Mann stach mit einem Taschenmesser mehrfach auf den Hals seiner 31-jährigen Ehefrau ein und verletzte sie schwer. Die Polizei nahm den Tatverdächtigen anschließend fest. Am heutigen Sonntag erließ der Ermittlungsrichter am Landgericht Hildesheim auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl. "Der 53-Jährige steht im Verdacht, seine Ehefrau durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt zu haben", bestätigt der Ermittlungsführer der Holzmindener Polizei, Kriminalhauptkommissar Carl Fahrenholz. Die Tat passierte am Sonnabend, gegen 11.00 Uhr, in der gemeinsamen Wohnung in Holzminden.

Nach Polizeiangaben ist es zunächst zu einem verbalen Streit gekommen, der anschließend eskalierte. Offenbar hat der Tatverdächtige dann mit einem Taschenmesser gezielt auf den Hals seiner Ehefrau eingestochen. Wie die weiteren Untersuchungen ergaben, wurden die Halsschlagader und der Kehlkopf dabei nur ganz knapp verfehlt. Nach einer Stabilisierung durch den Notarzt wurde die 31-Jährige zur weiteren Behandlung dem Evangelischen Krankenhaus Holzminden zugeführt. Wäre die Halsschlagader getroffen worden, so wäre die Frau innerhalb weniger Minuten verblutet. Nach der Tat ergrifft der Ehemann nicht die Flucht, sondern wartete auf das Eintreffen der Polizei. Er stand unter dem Einfluss alkoholischer Getränke.

Die Beamten nahmen den Tatverdächtigen sofort vorläufig fest. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand ist von einem versuchten Tötungsdelikt auszugehen. Die Auswertung der Spuren sowie weitere Untersuchungen durch Experten der Gerichtsmedizin folgen. Das Motiv dieser brutalen Tat dürfte in einem Beziehungsstreit innerhalb der Familie zu finden sein. Mit im Haushalt leben zwei Kinder im Alter von vier und zehn Jahren.