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Bürger-Demo auf der Bundesstraße 1

130 Marienauer entschleunigen gemächlichen Schrittes den Durchgangsverkehr, damit die Brummis im ersten Gang brummen

Von Ralph L o r e n z

Marienau/Coppenbrügge (wbn). Gut 130 Bürger aus Marienau und den Coppenbrügger Ortsteilen haben heute am frühen Nachmittag knapp vierzig Minuten lang die Bundesstraße 1 jeweils zu Hälfte in Beschlag genommen und damit für einen zügigen Bau der seit langem versprochenen Ortsumgehung der Bundesstraße 1 demonstriert.

Fritz Bretzing, Sprecher des Marienauer Dorfgemeinschaftsvereins, zu den Weserbergland-Nachrichten.de: „Wir sind nicht länger gewillt die Belastung durch den  Durchgangsverkehr widerspruchslos hinzunehmen“. Man wolle „ein Zeichen setzen“.  Das ist ihm und den Marienauer Vereinen zumindest in diesem Fall gelungen. Das Zeichen besteht in der gewollten Verlangsamung des Durchgangsverkehrs. "Entschleunigung" heißt sowas auf Neudeutsch. Gemächlichen Schrittes, begleitet von Polizeifahrzeugen mit Stauwarnung und umsichtig organisiert, liefen die Demonstranten von einem Ortsausgang zum anderen und zurück um anschließend in dem Dorfgemeinschaftsraum über der Feuerwehr den aktuellen Planungsstand zu diskutieren.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Ursula Körtner war mit Coppenbrügges Bürgermeister Hans-Uhlrich Peschka, dessen stellvertretenden Bürgermeister Helmut Zeddies (FDP) und dem CDU-Fraktionschef Thorsten Kellner  in vorderster Reihe aus Solidarität und Überzeugung mitgelaufen.

(Zum Bild: Pünktlich um 15 Uhr zogen sie los, die Demonstranten auf der Bundesstraße 1 in Marienau. Und dann beherrschten sie das Tempo - und nicht die Brummis.  Bild darunter (von links) : Zeddies, Peschka, Körtner und Kellner, im Hintergrund Harmut Greve - die Coppenbrügger Lokalpolitiker stärkten ihren Demonstranten aus Marienau den Rücken. Fotos: Lorenz)

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„Ich sehe Licht am Ende des Tunnels“, machte sie gegenüber den Weserbergland-Nachrichten.de Hoffnung. Die Ortsumgehung der Bundesstraße 1 sei als vordringlich eingestuft und rangiere auf Platz neun unter den vorrangigen Straßenbauprojekten des Landes Niedersachsen.

Wenn nicht noch einmal nennenswerte Einwände von Bürgern kommen würden, könne alles schnell gehen, ließ sie keine Zweifel daran, dass seitens des Landes Niedersachsen der gute Wille zur Durchsetzung des Bundesbauvorhabens vorhanden sei. Freilich sind die Marienauer in dieser Beziehung aus Erfahrung skeptisch. Hinhaltende Zusagen gibt es schon seit Jahrzehnten. Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka weiß, dass die Absicht eine Ortsumgehung für Coppenbrügge und Marienau zu bauen schon im Jahr 1964 bestanden hat. Damals seien vom Bund die entsprechenden Ländereien zur Durchführung der umfangreichen Straßenbaumaßnahme aufgekauft worden. Helmut Zeddies kann sich auch an intensive Gespräche in den 70er Jahren erinnern. Mit gut fünfzehn Teilnehmern war die Coppenbrügger SPD in dem Zug vertreten. Zu sehen war auch Bürgermeister-Kandidatin Ute Fehn.

Die Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller und der Landtagsabgeordnete Ulrich Watermann (beide SPD) ließen sich entschuldigen. Sie seien zu diesem Zeitpunkt „im Flieger“ gesessen, wie ein Genosse den Weserbergland-Nachrichten.de sagte. Seitens der Polizei wurde das disziplinierte Verhalten der Demonstranten gelobt. Man habe auch erkennen können, dass viele Autofahrer freundlich gehupt und Sympathien gezeigt hätten. Die Brummis verhielten sich jedoch brummig, wie die mürrischen Gesichter angesichts der verengten Fahrbahn und der damit erzwungenen Fahrtzeitverzögerung verrieten. Ihnen galt freilich auch die Demo, an der vom Dachdeckermeister, dem Sportfunktionär und der Lehrerin bis zum Rentner und Hartz IV alle wichtigen gesellschaftlichen Gruppen aus Marienau teilnahmen.

Die Kinder allerdings sahen es als Straßenzirkus. Sie trillerten auf der Pfeife, lärmten mit der Rätsche, wie sie in Weinbergen zur Vertreibung der Vogelschar eingesetzt wird. In diesem Fall galt es den Schwerlastverkehr zu vertreiben. Typisch Marienauer Gemeinschaftssinn: Auch ernsten Sachen gewinnen sie immer noch eine fröhliche Seite ab.

Dafür guckte der SPD-Lokalmatador und Organisator Fritze Bretzing professionell wild entschlossen. Er hat nochmals ein klares Ziel vor Augen: Den Bürokraten in Sachen B 1 Dampf machen – und sich dann aus der aktiven Kommunalpolitik  verabschieden. Seine kommunalpolitische Laufbahn verläuft zeitlich nahezu parallel zur Dauer der Durststrecke der Umgehungsstraßenplanung. Und die währt ebenfalls 45 Jahre. Bretzing-Fritze ist mit der B1-Umgehungsmarathonplanung alt geworden. Jetzt will er nicht noch unter die Räder kommen.

(Zu den Bildern im unteren Bereich: Die Marienauer erhielten bei ihrem Marsch mit den Transparenten auch Unterstützung aus anderen Ortsteilen. Bild ganz unten: Organisator Fritz Bretzing (links mit Sicherheitsweste) bekam für die geordnete Durchführung der Demonstration ein dickes Lob von der Polizei. Fotos: Lorenz) 

 

 



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