BUND will "sehr genau darauf achten" welcher lokale Politiker im Weserbergland weiter an Atomkraft festhält

Hermes (BUND): Das Kleinreden der Gefahren der Atomenergienutzung muss spätestens jetzt ein Ende haben

Grohnde/Hameln/Tokio (wbn). Jetzt reicht‘s! Ralf Hermes, BUND-Kreisgruppenvorsitzender Hameln-Pyrmont, sieht aufgrund der gegenwärtigen Probleme in japanischen Atomkraftwerken die Warnungen vor den generellen Risiken von Atomanlagen auf dramatische Weise bestätigt. So seien aus Sicht des BUND beispielsweise ober- und mittelrheinische Gebiete in Deutschland ebenfalls erdbebengefährdet.

Der Oberrheingraben gehöre zu den seismisch aktivsten Zonen in Deutschland, argumentieren die Umweltschützer. Im Gegensatz zu Japan sei das Rhein-Gebiet allerdings technisch und organisatorisch nur schlecht auf potentielle Gefahren vorbereitet.

BUND fordert die sofortige Abschaltung des AKW Fessenheim in Frankreich

Deshalb forderte der Umweltverband die sofortige Abschaltung des "nicht erdbebensicheren elsässischen Atomkraftwerkes Fessenheim" gleich hinter der Grenze zu Frankreich.

(Zum Bild: Vor wenigen Wochen erst versammelten sich Atomkraftgegner aus dem Weserbergland und aus den Nachbarkreisen zu einer "Sitzblockade" vor dem Atomkraftwerk in Grohnde. Mit der Aktion sollte der Transport von hochgiftigen MOX-Brennelementen nach Grohnde blockiert werden, der dann tatsächlich auch für dieses Jahr von E.on abgesagt worden ist. Zum Bild darunter: Weserbergland-Nachrichten.de Foto darunter: Ralf Hermes ist BUND-Kreisvorsitzender im Landkreis Hameln-Pyrmont. Foto:BUND)

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Das AKW Mülheim-Kärlich am Mittelrhein bei Koblenz  sei wegen hoher Erdbebengefahr vom Netz genommen worden. Erforderlich sei jedoch die Prüfung aller Bauten und Industrieanlagen am Ober- und Hochrhein, von denen Gefahren für Menschen ausgehen können, auf ihre Erdbebensicherheit.

Hermes sagte heute zu den Weserbergland-Nachrichten.de: "Die AKW-Störfälle in Japan zeigen, welch hohes Risikopotential für die Bevölkerung vom Betrieb der Atomkraftwerke generell ausgeht. Die von der Bundesregierung durchgedrückte Laufzeitverlängerung für die alternden AKW in Deutschland hat hierzulande die Risiken weiter vergrößert. Das Bagatellisieren und Kleinreden der Gefahren der Atomenergienutzung muss spätestens jetzt ein Ende haben. Wir werden jetzt sehr aufmerksam in unserem Landkreis darauf achten, welcher lokale Politiker weiter an der Atomenergie festhalten will und wer sich aktiv für einen schnellstmöglichen Ausstieg einsetzt. Dazu gehört auch ein klares Bekenntnis zu lokalen Energiealternativen wie zum Beispiel die Windenergie."