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Der Kommentar

Sonne, Mond und Sterne-Feier? Lasst bitte die Kirche im Dorf!

Von Ralph L o r e n z

„Sonne, Mond und Sterne-Feier“ statt St. Martins-Umzug? Angeblich ist das wieder mal alles ein Missverständnis, nachdem die Woge der Empörung über die Kita-Leitung und die kleine hessische Stadt Bad Homburg geschwappt ist.

Das St.Martins-Fest werde dort auch weiterhin gefeiert, beeilen sich die Verantwortlichen nach dem unerwarteten Aufsehen in den bundesweiten Medien geflissentlich zu versichern. Also Schwamm drüber? War es nur ein Versuchsballon? Der Kampf um die Worte ist stets ein Kampf um die Gedanken. Doch die Gedanken sind frei. Die Meldung aus Absurdistan passt so schön in den Korrektheitswahn des politischen Übereifers, der mit dem Reisebügeleisen die Falten zu plätten versucht, die unsere Sprache erst so anschaulich, originell und geschichtsträchtig machen.

 

 

Fortsetzung von Seite 1

Wie sollen Muslime und Christen von Toleranz und sozialem Verhalten am praktischen Beispiel erfahren, wenn sie nicht schon in jungen Jahren der Legende eines gewissen St. Martin begegnen, der im Jahre 334 in einem kleinen französischen Provinzstädtchen in winterlicher Kälte seinen Mantel mit einem halbnackten Bettler geteilt hat? Sollte der gute Mann einen muselmanischen Doppelgänger haben, der die gleiche Symbolik nicht in Frankreich sondern in der sternenklaren Nacht der Sahara vollzogen haben könnte, wo es ja auch verdammt kalt werden kann, dann bitteschön, benennt ihn uns. Von Vorbildern dieser Kategorie können wir gar nicht genug haben.

Aber lasst uns unseren St. Martin und damit buchstäblich auch die Kirche im Dorf. Überhaupt. Was soll dieser Umetikettierungs-Wahn mit seiner Gängelei, die auch vor dem Speiseteller nicht Halt macht? Es reicht ja schon, dass der Finger zu zittern beginnt, wenn er auf der Speisekarte der Frittenbude dort verweilt, wo mangels Update noch das unsägliche Wort steht, das zu sagen, der politischen Korrektheit widersprechen würde. Ich hatte es selbst erlebt und das, was nicht beim Namen genannt werden darf, mit einem Schnitzel nach Balkanart, ääh ungarische Art, umschrieben und in die verständnislosen Augen der verschwitzten kurdischen Pommes-Frites-Schönen geblickt, die mich völlig politisch unkorrekt anherrschte: „Dann sag´ gleich, dass du willst Zigeunerschnitzel“ - und genervt in die Dunstglocke ihres Hähnchenschenkel- und Dönerparadieses entschwand.

Sie hatte mir den Rücken zugewandt. Aber ich spürte ihre tiefe Verachtung für einen, der nicht mal Deutsch kann. Der Heilige St. Martin, denk ich mir jetzt zum Trost, hätte sicher auch das Zigeunerschnitzel mit dem Ärmsten der Armen geteilt.

 

 



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