Grüne fordern unverzügliche Vernichtung der Aussaat

Allgemeine Verunsicherung: Ist illegaler Genmais auch im Weserbergland ausgesät worden?

Hameln/Holzminden/Hannover (wbn). In der Europäischen Union nicht zugelassener Genmais soll auch im Raum Hildesheim, Hameln-Pyrmont, Schaumburg, Holzminden angebaut worden sein. Das teilte der Grüne Landtagsabgeordnete Christian Meyer nach einer Anfrage der Grünen im Landtag mit.

Danach liegen genverunreinigte Äcker auch im Bereich des Gewerbeaufsichtsamtes Hildesheim. Insgesamt sollen mindestens 23 Landwirte in Niedersachsen den illegalen Genmais der Sorte NK603 aufgrund fehlerhafter Meldungen des Agrarministeriums und der Firma Pioneer in Buxtehude ausgesät haben. „Die Landesregierung trägt die politische Verantwortung dafür, dass es zur illegalen Aussaat kam“, sagte Meyer.

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Anders als andere Bundesländer habe Niedersachsen seine Kontrollen nicht rechtzeitig bis zur Ausbringung abgeschlossen. „Dadurch sind den Landwirten und Imkern schwere Schäden entstanden, die vom Verursacher zu entschädigen sind“, sagte Meyer. Die Grünen kritisierten, dass sich die Landesregierung weiterhin weigere, die Felder mit dem kontaminierten Genmais konkret zu nennen, um auch die Landwirte in der Umgebung zu warnen.

So ist unklar, in welchen Landkreisen genau die Genfelder liegen. Meyer: „Wir fordern diese Felder unverzüglich zu vernichten, damit der Genmais nicht erst aufwachsen und die Umgebung verunreinigen kann. Es kann nicht sein, dass illegale Aussaat geduldet werden soll. Die große Mehrheit der Wählerinnen und Wähler will keine Genpflanzen auf seinen Tellern und Feldern. Dafür muss die Politik durch Beibehaltung der Nulltoleranz sorgen.“

Auf die Frage nach der Gefährlichkeit von illegalem Genmais wies Meyer im Gespräch mit den Weserbergland-Nachrichten.de auf die Umweltschutzorganisation Greenpeace hin, die von einer Langzeitstudie mit alarmierenden Ergebnissen weiß. Demzufolge seien bei Tierversuchen mit Ratten Schädigungen an Leber, Nieren, Hirn und Herz aufgetreten. Große Probleme bekämen Imker, deren Bienenvölker mit dem Genmais in Berührung kommen könnten. Deren Honig wäre dann unbrauchbar, bedauert Meyer. Eine Entschädigung würden sie aber auch nicht bekommen. Bundesweit ist der illegale Genmais auf 2000 Hektar ausgebracht worden, 200 Hektar davon in Niedersachsen. Der mutmaßliche Schaden gehe in die Millionenhöhe, hat Meyer unter Bezug auf eine NDR-Meldung gehört.