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Vor den Genossen in Bad Pyrmont ließ sich Müntefering nach dem Zugunglück nichts anmerken

Münte hatte Butte einst prophezeit: "Du wirst es schaffen" - jetzt legt er nach: "Du hast dich nochmals gesteigert"

Bad Pyrmont (wbn).  „Du wirst das schaffen,“ hatte Müntefering damals dem im Weserbergland als Außenseiter angetretenen Landratskandidaten Rüdiger Butte Mut gemacht. Der ehemalige LKA-Chef hatte auch nach Einschätzung der eigenen Parteifreunde als Landratskandidat einen schweren Stand gegen den Lokalmatadoren Klaus Arnold (CDU), der sich zudem der Unterstützung der FDP sicher sein konnte und als Stadtwerkechef ein dickes Rad bewegt hat.

Zudem kam Butte  aus dem Nachbarkreis Holzminden. Das ist zwar auch Weserbergland, aber nicht der Kernbereich Hameln-Pyrmont. Jetzt treffen sie sich gestern Abend in Bad Pyrmont wieder. Münte, der bekanntermaßen Recht behalten hatte,  hakte gestern Abend gleich nach. „Du hast dich nochmals deutlich gesteigert“, ließ er den Wiederbewerber um das Amt des Landrates in Hameln-Pyrmont wissen, nachdem Butte aus dem Stand heraus vor Genossen in Bad Pyrmont über den demografischen Wandel, die Bedeutung des Ehrenamtes für die Meisterung der Herausforderungen im Weserbergland und die Weichenstellung in der Bildungspolitik in Niedersachsen gesprochen hatte. Sie hatten sich bei ihren Reden nicht abgesprochen, doch sie ergänzten sich perfekt. Der Landrat mit der Perspektive von der Basis und der kämpferische  Ex-Vizekanzler  mit dem Draufblick von oben und der Fähigkeit, Klartext zu sprechen, den jeder versteht.

(Zum Bild: War gestern Abend nach einer hindernisreichen Anreise wieder einmal im Weserbergland: Ex-Vizekanzler Franz Müntefering. Foto: SPD Bundespartei)

 

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Das hat er im ehemaligen „Ruhrpott“ verinnerlicht und nie mehr vergessen. Die Münte-Sprüche sind legendär. Münte und Butte waren sich einig, dass die Politik  nicht auf die Eingebungen aus Berlin oder Hannover warten darf, sondern, wann immer es geht, die Schicksalsfragen der Region vor Ort selbst angehen und umsetzen muss.  Das gilt gerade auch für die Weichenstellung in der Bildung. „Denn da geht es auch um unsere Zukunft, um die Zukunft der Älteren“, waren sich Butte und Münte einig. Müntefering ist mit seinen Themen der alte geblieben – und das spricht nicht gegen ihn, weil sich die Grundfragen auch nicht geändert haben. So kämpft er noch immer für den Mindestlohn von 7.50 Euro, der in anderen Bereichen auch höher  sein solle aber für jeden Job kommen müsse. Und einig waren sich Münte und Butte auch darin, dass nicht angesichts der großen Zukunftsaufgaben leichtfertig Steuersenkungen versprochen werden können. Von dem ICE-Crash sagte Münte vor den gut 120 Zuhörern kein Wort und ließ sich auch nichts anmerken.  Es gab nur eine kleine Verspätung und die Anfahrt nach Bad Pyrmont musste umdisponiert werden. Ursprünglich wollten die Genossen ihn in Holzminden vom Bahnhof abholen, jetzt mussten sie ihn im lippischen Altenbeken in Empfang nehmen und in das Kurbad karren.

 

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