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Demonstration mit 770 Metallern in Hildesheim

IG Metall setzt ihre Warnstreiks fort: „Arbeitgeber bestehen auf rückwärtsgewandte Tarifpolitik!“

Mittwoch 17. Januar 2018 - Hameln / Hildesheim (wbn). Nachdem die dritte Runde der Tarifverhandlungen in der niedersächsischen Metallindustrie am vergangenen Dienstag ergebnislos verlaufen war, setzte die IG Metall ihre Warnstreiks fort.

770 Metallerinnen und Metaller aus Hildesheim und Umgebung traten am Mittwoch in Hildesheim in den Warnstreik. Der Warnstreik begann mit einer Demonstration von KSM Castings Group zum Kundgebungsort am Gewerkschaftszentrum in der Osterstraße. „Die Arbeitnehmer wollen eine faire Beteiligung an der sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen“, stellt Uwe Mebs, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim, klar. „Unsere Forderung von 6 Prozent mehr Entgelt ist mehr als berechtigt!“

 

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Das Angebot des Arbeitgeberverbandes Niedersachsen Metall stößt bei den Metallerinnen und Metaller aus der Region auf Unverständnis. Niedrige Einmalzahlung und ab dem 1. April zwei Prozent mehr Einkommen bei einer Laufzeit von 15 Monaten sowie die beabsichtigte Ausweitung der wöchentlichen Arbeitszeit finden bei den Arbeitnehmern keinen Zuspruch.

Die Forderung der IG Metall nach Arbeitszeiten, „die zum Leben passen“, werde von der Arbeitgeberseite scharf bekämpft. Eine Verkürzung der Arbeitszeit für maximal zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden in der Woche mit einem Teilentgeltausgleich in bestimmten Fällen und das Rückkehrrecht in Vollzeit wird von der Arbeitgeberseite als „völlig realitätsferne“ Forderung bezeichnet. Ein Stück mehr Selbstbestimmung für die Arbeitnehmer bei der Frage der Arbeitszeit scheine für sie ein absolutes no go zu sein.

Eine weitere Äußerung von Dr. Volker Schmidt, der Verhandlungsführer von Niedersachsen Metall, zeige dies beispielhaft: „Was habe ich mit den familiären Zuständen der Beschäftigten zu tun?“„Derartige ideologisch begründete Kommentare seien zynisch und haben mit konstruktiver Verhandlungsführung nicht zu tun“, nahm Martina Manthey, IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, kein Blatt vor den Mund. „Mit dieser Blockadehaltung provozieren die Arbeitgeber  weitere Warnstreiks und eine Verschärfung der Tarifauseinandersetzung.“

Die Betriebsräte und Vertrauensleute der IG Metall Stefan Störmer (Bosch), Michael Altenhövel (RBCM) und Sven David (KSM Castings) untermauerten die Tarifforderungen an der betrieblichen Praxis und signalisierten, dass die Beschäftigten sehr wohl hinter den Tarifforderungen stehen. Auch sie kündigten weitere Warnstreiks an und erklärten offen, dass in ausgesuchten Unternehmen 24-Stunden-Warnstreiks vorbereitet würden. Ende der kommenden Woche würde die Gewerkschaft auf Bundesebene über die Durchführung dieser bundesweiten „Powerstreiks“ gegebenenfalls beraten und beschließen.

 

 

 

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