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Der Kommentar

Wenn es keine Soltec gäbe - wir müssten sie jetzt im Jahr der Energiewende gründen

Von Ralph Lorenz

Ist das nun das endgültige Aus für die Solarmesse Soltec? Hoffentlich nein.

Der dramatische Besucherabsturz hat den Hamelner Ausschuss für Finanzen, Personal und Wirtschaft in Zugzwang gebracht. Der von vornherein überschätzte Berliner Veranstalter expotec konnte auch im zweiten Jahr die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Deshalb wird jetzt der Vertrag mit dem Messeveranstalter erwartungsgemäß von den Ratsmitgliedern aufgekündigt. Jetzt richten sich die Hoffnungen auf die heimische Klimaschutzagentur, die „für eine Neuausrichtung des Themenfeldes“ sorgen soll. Aber vorerst dürfte Schicht im Schacht sein. Der Energiemesse ist die Energie ausgegangen.

 

 

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Auf den ersten Blick sind die Zeichen ungünstig für die Solarbranche. Der internationale Wettbewerb, dominiert von den Chinesen und ihrer brachialen Subventionspolitik, hat die Solarindustrie weltweit zerrieben.  Die Einspeisungsvergütungen schmelzen. Das war aber auch schon in den vergangenen Jahren absehbar.

Ein Treppenwitz: Just im Jahr der Energiewende soll die 17 Jahre alte Soltec als Pionier alternativer und regenerativer Energien ausgeknipst werden? Nein, der Bedarf an schlüssigen Konzepten und erprobten Techniken, die den Ausfall von 20 Prozent Kernenergie ersetzen, fängt jetzt erst richtig an. Steigende Strompreise elektrisieren geradezu die Verbraucher. Und die können durchaus etwas tun wenn sie nur wollen.

In diesem Jahr gibt es den schmerzhaften Stromschlag, der die Verbraucher zum Umdenken und verstärkten Sparen zwingt. Es geht aber auch um den Wirtschaftsstandort Deutschland. Landesumweltminister Stefan Birkner ist eine ehrliche Haut. Er hat als einer der wenigen Spitzenpolitiker wiederholt öffentlich Zweifel angemeldet ob denn die Energiewende, so wie gedacht, gelingen könne.  Schon die zeitlichen Erwartungen sind bei diesem komplexen Vorgang unrealistisch. Hinzukommt der Ego-Trip von Wutbürgern, die gegen alles wüten und denen der Sinn für das Ganze aus dem Sinn gekommen ist weil sie immer und überall nur noch Bahnhof verstehen.

Das Wort Energiewende könnte sogar zum Kandidaten für das Unwort des Jahres werden weil es bislang nur Phantomcharakter hat und sich allenfalls im Portemonaie des Verbrauchers negativ bemerkbar macht. Und dennoch oder gerade deswegen: Wenn es noch keine Soltec geben würde, noch keine ansatzweise Plattform für alternative Energiekonzepte und örtliche Mittelständler, die das anbieten, dann müsste die Soltec geradezu jetzt erfunden werden.  Und nirgendwo kann sie sich überzeugender präsentieren als dort, wo Niedersachsen am Grünsten ist – im Weserbergland. Am Standort des international beispiellosen Solarinstituts.

Die Soltec dämmert vor sich hin – sie wird aber wieder strahlend aufgehen, wenn die Klimaschutzagentur wirklich ihre Chance ergreift. Alles andere wäre ein Armutszeugnis für die ganze Region.

 

 



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