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Positive Bilanz nach zweijähriger Erprobung

Trägermodell für die Kindertagesstätten entlastet die Ehrenamtlichen in den Gemeinden

Von Wiebke Barth

Samstag 7. März 2015 - Hildesheim/ Alfeld (wbn). Entlastung für die Kirchenvorstände, Professionalisierung der Verwaltung, Anerkennung für die pädagogische Leitung, Zustimmung bei Mitarbeitenden und Eltern: Insgesamt gute Noten gab es von den Kirchenvorständen der evangelischen Gemeinden in den Kirchenkreisen Hildesheim-Sarstedt und Hildesheimer Land-Alfeld für das neue Trägermodell für Kindertagesstätten.

Bei einem Workshop, zu dem Superintendentin Katharina Henking und Superintendent Helmut Aßmann ins Kirchenamt in Hildesheim eingeladen hatten, zogen die Vertreter der Gemeinden eine überwiegend positive Bilanz nach mehr als zweijähriger Erprobung des Modells.


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Das Treffen ist Teil einer Evaluation (Bewertung – die Red.) unter Leitung von Dr. Oliver Bierhoff, die Ende dieses Jahres in einen Bericht münden und mögliche Verbesserungen des Modells aufzeigen soll. Im Verlauf dieses Prozesses hatte es auch schon Befragungen und Workshops mit den Kindergartenleitungen und den Mitarbeitenden der Tagesstätten gegeben.

Die Idee, die Trägerschaft für die Kindergärten von den Gemeinden auf die Kirchenkreise zu übertragen und die Verwaltung an das Kirchenamt abzugeben, sei von Anfang an gut angenommen worden, berichtete Cordula Stepper. Sie hatte das Kirchenamt während der Erprobungsphase des neuen Modells kommissarisch geleitet. Von 26 Einrichtungen im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld hatten sich damals 21 für den Wechsel entschieden, eine weitere kam später noch dazu. Im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt waren es 20 von 22 Kindertagesstätten, die sich dem Modell anschlossen. Sehr viele Absprachen, unter anderem auch mit dem Landeskirchenamt und den Kommunen, seien notwendig gewesen, 63 Verträge geschlossen worden, um die Idee umzusetzen, berichtete Cordula Stepper.

Für die Kirchenvorstände bedeute die Änderung vor allem eine große Arbeitsentlastung, berichteten mehrere Abgesandte der Gemeinden während des Workshops. Die ehrenamtlichen Mitglieder müssten sich nicht mehr in langen Sitzungen mit den anstehenden Fragen befassen, müssten sich nicht mehr in bau- oder arbeitsrechtliche Details hineinfuchsen. Die Geschäftsführenden Ausschüsse der Kirchenkreise mit betriebswirtschaftlicher und pädagogischer Leitung seien für die Kindergartenleitungen professionelle und fachkundige Ansprechpartner. „Im Grunde ist alles gut, so wie es ist“, fand zum Beispiel Pastor Eckart Winkelmann aus Garmissen.

Ein kleines Bedauern war aber bei einigen der Kirchenvorstandsmitglieder doch zu hören. Da die Kirchenvorstände nicht mehr notwendigerweise in ständigem Kontakt zu den Kindergärten stehen, bleibe manchmal der Austausch an Informationen gelegentlich auf der Strecke. So sei das Gremium über manche aktuelle Entwicklungen in der Tagesstätte nicht mehr auf dem Laufenden. „Das muss sich ändern“, meinte Pastorin Griet Stallmann-Molkewehrum aus Barnten und Rössing. Denn das Trägermodell sieht vor, dass die Kirchenvorstände für einige Fragen weiterhin zuständig sind, in anderen Bereichen beteiligt, aber zumindest immer informiert sein sollen.

Auch die Zusammenarbeit bei Gemeindefesten oder Gottesdiensten funktioniere nicht mehr so selbstverständlich wie früher, bemerkten einige Kirchenvorsteher. Dem Kindergarten regelmäßige Besuche abzustatten, Kirchenvorstandssitzungen dort abzuhalten und Gemeindefeste auf das Kindergartengelände zu verlegen, wurden als mögliche Gegenmaßnahmen genannt. Die Änderung der Trägerschaft müsse nicht zwangsläufig die Beteiligung des Kirchenvorstands am Kindergartenleben beeinträchtigen, meinte Pastor Dr. Wolf-Dietrich Köhler aus Groß Escherde: „Der Kontakt hängt bei uns vor allem an zwei Personen, da kann sich das Trägermodell ändern wie es will.“

Nach wie vor sei aber der Kirchenvorstand der erste Ansprechpartner in Kindergartenfragen, berichteten einige Vertreter. „Natürlich sprechen mich Eltern beim Einkaufen an“, bestätigte Pastorin Andrea Burgk-Lempert aus Diekholzen. „Und dann verweise ich nicht auf die pädagogische Leitung in Hildesheim.“

 

 

 

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