Rückkehr des Wolfs und mögliche Folgen
Lippische Schafhalter informieren sich im Wald- und Forstmuseum Heidelbeck

Mittwoch 15. Juli 2015 - Heidelbeck (wbn). Lange dauert es vermutlich nicht mehr, bis ein Wolf auch das Lipperland besucht – steht er doch schon fast vor der Tür. Ende vergangenen Jahres war nachweislich ein Wolf im Kreis Minden-Lübbecke unterwegs gewesen (die Weserbergland-Nachrichten.de berichteten). Jetzt haben sich 30 Schafhalter im Wald- und Forstmuseum Heidelbeck getroffen, um über die Ausbreitung des Wolfs und die möglichen Folgen zu diskutieren.

Dazu eingeladen hatten Birgit Steffen-Waschek und Bernd Mühlenmeier vom Fachgebiet Wasser-, Abfallwirtschaft, Immissions- und Bodenschutz des Kreises Lippe. Sie trafen sich mit den Tierhaltern am Rande der Wanderausstellung „Dem Wolf auf der Spur“, die sich intensiv mit der Rückkehr des Wildtieres nach Westeuropa auseinandersetzt.

 

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Die Vorsitzende der Schafzüchtervereinigung in Nordrhein-Westfalen, Ortrun Humpert aus Löwendorf, gab im Rahmen des Treffens einen Überblick über die derzeitige Verbreitung des Wolfs in Deutschland und den Umgang mit Schafsrissen in anderen Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen werde ihrer Meinung nach in diesem Zusammenhang zu wenig Vorsorge und Aufklärung betrieben.

Kritik am Umgang mit Wolfsmeldungen

Stefanie Rzepka, Schäferin der Biologischen Station Lippe in Schieder, sieht hingegen Gefahren für eine Beweidung von abseits gelegenen Naturschutzflächen, sollte der Wolf wirklich nach Lippe kommen. In der anschließenden Diskussion wurde von den Teilnehmern unter anderem bemängelt, dass Wolfsmeldungen die Schafhalter in der näheren Umgebung gar nicht oder zu spät erreichen würden, um Vorsorgemaßnahmen treffen zu können.

Schafhalter und Kreis müssen sich auf die Rückkehr einstellen

Fazit der Fachbereichs-Experten: „Wenn irgendwann der erste Wolf in Lippe auftaucht, müssen sowohl die Schafhalter als auch der Kreis als Artenschutzbehörde vorbereitet sein“.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hatte schon im Zusammenhang mit dem im Mühlenkreis gesichteten Wolf, dem ersten seit 170 Jahren in Nordrhein-Westfalen, erklärt, dass er sein Bundesland für die Rückkehr gut gewappnet sieht. Remmel wörtlich: „Wir bereiten uns seit 2010 auf den Wolf vor. Die Rückkehr des Wolfes stellt für eine dicht besiedelte Region auch eine Herausforderung dar, denn wir müssen nach mehr als einem Jahrhundert wieder lernen, mit dem Wolf zu leben. Aber anders als in anderen Regionen Europas, in denen der Wolf gejagt wird, genießt er auch in NRW den höchstmöglichen Artenschutz.“