Monster statt Mäc-Geiz: Stadthäger kämpfen kreativ gegen Leerstand

An der Niedernstraße in Stadthagen steht die frühere Mäc-Geiz-Filiale leer. Statt grauer Scheiben blicken Passanten jetzt in bunte Monstergesichter. Die Idee dahinter: Aufmerksamkeit erzeugen und einen Nachmieter finden.
Kreative Lösung für ein bekanntes Problem
Linda Scheffer und ihr Mann Christian sind die Eigentümer der Ladenfläche. Sie haben die Schaufenster mit farbenfrohen Monster-Illustrationen beklebt. Die Figuren sollen die Straße beleben und potenzielle Gewerbetreibende auf die freie Fläche aufmerksam machen.
Leerstand in Innenstädten ist ein verbreitetes Phänomen. Viele Kommunen im Weserbergland und im Schaumburger Land kennen das Problem. Wenn Ketten wie Mäc-Geiz schließen, hinterlassen sie oft große Flächen, die schwer neu zu vermieten sind.
Die Scheffers wählen einen ungewöhnlichen Weg. Statt das Schaufenster abzukleben oder leer stehen zu lassen, beklebten sie es mit den Monstern. Die Aktion kostet wenig und erzeugt Gesprächsstoff.
Leerstand als Herausforderung für den Handel
Stadthagen ist mit diesem Problem nicht allein. In vielen kleineren Kreisstädten kämpfen Innenstädte gegen den Schwund von Einzelhandelsflächen. Online-Handel und veränderte Kaufgewohnheiten setzen dem stationären Handel zu.
Flächen ehemaliger Discount-Ketten sind oft groß und damit teuer in der Bewirtschaftung. Handwerk, Gastronomie oder Dienstleister kommen als Nachnutzer infrage. Die Suche dauert manchmal Jahre.
In der Zwischenzeit entscheiden Eigentümer, wie sie mit den Fenstern und Flächen umgehen. Viele lassen sie einfach leer. Die Scheffers gehen aktiv vor.
Monster als Botschafter
Die bunten Figuren in den Fenstern der Niedernstraße haben eine doppelte Funktion. Sie verhindern einen trostlosen Eindruck in der Fußgängerzone und transportieren eine klare Botschaft: Diese Fläche ist frei, und jemand kümmert sich darum.
Das Konzept ist nicht neu. In anderen Städten wurden leere Schaufenster bereits mit Kunstinstallationen, Fotos oder Plakaten bespielt. Das Ziel ist stets dasselbe: Die Innenstadt soll lebendig wirken, auch wenn ein Laden leer steht.
Chancen für die Stadthäger Innenstadt
Die Niedernstraße ist eine der zentralen Einkaufsstraßen in Stadthagen. Ein dauerhafter Leerstand dort schadet dem Gesamtbild. Gleichzeitig ist eine freie Fläche in guter Lage auch eine Chance.
Ob Café, Dienstleister, Boutique oder ein lokaler Anbieter: Mit dem richtigen Konzept könnte die Fläche wieder zum Anlaufpunkt in der Innenstadt werden. Die Eigentümer suchen aktiv. Die Monster in den Fenstern sind ihr Aushängeschild.
Wie lange die Suche dauert, ist offen. Der Ansatz der Scheffers zeigt, dass Eigentümer nicht tatenlos warten müssen. Jetzt fehlt nur noch der richtige Nachmieter.



