NABU lädt zum kostenlosen Pilzkurs auf Hamelns Waldfriedhof
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Friedhöfe sind mehr als Orte der Trauer. Sie bieten seltenen Pflanzen und Pilzen einen Lebensraum. Der NABU macht das am 29. August in Hameln erlebbar: Ein kostenloser Fachkurs führt auf den Waldfriedhof Am Wehl und in den angrenzenden Stadtwald.
Ganztägige Tour mit Fachleuten
Die Veranstaltung beginnt am Samstag, dem 29. August, um 9 Uhr und dauert bis 17 Uhr. Die Kursleitung übernehmen Carina Süß und Markus Pischel. Beide führen die Gruppe durch das Gelände und erklären die Pilzvielfalt vor Ort.
Der Waldfriedhof Am Wehl ist mit 31 Hektar der größte Friedhof der Stadt Hameln. Sein Name leitet sich vom mittelalterlichen Dorf Wehle ab, das ab dem 14. Jahrhundert in diesem Bereich bestand und später wüst fiel. Der alte Baumbestand bietet vielen Pilzarten einen geeigneten Standort.
Kostenlos und offen für alle
Der Kurs ist kostenlos. Die Stadt Hameln weist ausdrücklich auf die Veranstaltung hin. Eine Anmeldung wird empfohlen. Interessierte sollten sich direkt beim NABU informieren.
Der Kurs richtet sich an alle, die mehr über die Artenvielfalt auf Friedhöfen erfahren möchten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Waldfriedhof mit besonderer Geschichte
Das Gelände trägt auch historisches Gewicht. Auf ihm befinden sich Gräberfelder für NS-Opfer, darunter Tote des Zuchthauses Hameln sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Eine Informationstafel der Stadt Hameln aus dem Jahr 2023 verweist auf rund 300 Insassen des Zuchthauses aus den Jahren 1944 und 1945, auf mehr als 200 gefallene deutsche Soldaten sowie auf über 195 zivile Opfer der Luftangriffe auf Hameln.
Die Stadt Hameln hat auf dem Friedhof ein Denkmal für die Verstorbenen der Corona-Pandemie errichtet. Im Landkreis Hameln-Pyrmont starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus 233 Menschen.
Natur und Geschichte
Der NABU-Kurs konzentriert sich auf die Naturkunde. Der Kurs am 29. August bietet eine Gelegenheit, den Waldfriedhof Am Wehl von einer wenig bekannten Seite kennenzulernen.
Wer teilnehmen möchte, sollte feste Schuhe anziehen und auf wechselhaftes Wetter vorbereitet sein. Acht Stunden durch Wald und Friedhofsgelände erfordern entsprechende Ausrüstung.



