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Drei-Länder-Bündnis kritisiert die neuen Trassenvorschläge von TenneT

Landkreise stellen eigene Raumwiderstands-Analyse für kommendes Antragsverfahren zur Stromautobahn vor

Donnerstag 2. Oktober 2014 - Hameln/ Holzminden (wbn). Von Farce und reiner Augenwischerei spricht das Drei-Länder-Bündnis gegen die Stromautobahn-Planung im Weserbergland und in Ostwestfalen-Lippe.

Das in dieser Form erste länderübergreifende Bündnis gegen die Vorschlagstrasse der Höchstspannungsleitung SuedLink, zu dem sich die nordrhein-westfälischen Kreise Höxter und Lippe, die niedersächsischen Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden sowie die Region Hannover und die hessische Gemeinde Bad Emstal zusammengeschlossen haben, übt damit erneut scharfe Kritik am Vorgehen des Netzbetreibers TenneT. Die neuen Alternativtrassen entlang der bisherigen sogenannten Hauptvorschlagstrasse Mitte/West, die Netzbetreiber TenneT  am 26. September 2014 bekannt gemacht hat, weist das Drei-Länder-Bündnis als inakzeptabel zurück.

(Zum Bild: Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels auf dem Weg zur Stadthalle Höxter, wo die heutige TenneT-Infobörse stattfand. Foto: Landkreis Hameln-Pyrmont)

 

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„Die von TenneT als Projektdialog angepriesene Öffentlichkeitsarbeit ist aus unserer Sicht eine Farce und reine Augenwischerei. Die verzettelte Diskussion über kleinräumige Trassenalterna­tiven blendet das Wesentliche aus, nämlich die Vorfestlegung auf die sogenannte Vorschlagstrasse Mitte/West. Eine solche Vorfestlegung lehnen wir ab“, kritisiert der Sprecher des Drei-Länder-Aktionsbündnisses, der Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont, Tjark Bartels, das Vorgehen des Netzbetreibers TenneT.

Bündnis fordert großräumige Betrachtung aller vier Korridore von Nord nach Süd

Seit Monaten fordert das Bündnis eine großräumige Betrachtung aller vier Trassenkorridore von Wilster nach Grafenrheinfeld. „Es ist unverständlich, warum TenneT sich weigert, seine Argumente und Kriterien für die Trassenauswahl offenzulegen“, kritisiert Bündnis-Sprecher Bartels die mangelnde Transparenz. Richtig wäre es, der Öffentlichkeit die Entscheidungskriterien  und ihre Gewichtung bekannt zu machen, darüber in Dialog zu treten und erst dann eine Festlegung auf eine der vier großräumigen Trassen zu treffen. „Dieser wichtige Schritt ist übersprungen worden“, so Bartels. Damit würden die Möglichkeiten der betroffenen Bürger und der betroffenen Gebietskörperschaften erheblich beschnitten.

„Wir fordern eine ergebnisoffene Diskussion über alle vier großräumigen Trassenvarianten“, appelliert das Drei-Länder-Bündnis an den Netzbetreiber TenneT.

Neue Trassenalternativen missachten offensichtliche Raumwiderstände

Im Kreis Höxter ignorieren die neuen von TenneT bekannt gemachten Alternativen östlich und westlich des bisherigen Trassenentwurfs Kulturschätze, Naturschutzgebiete und Infrastruktureinrichtungen.

„Diese handwerklichen Mängel springen sofort ins Auge“, ist der Landrat des Kreises Höxter, Friedhelm Spieker, empört. Missachtet habe TenneT bei seinen Alternativentwürfen beispielsweise die Sichtbeziehungen zum Weltkulturerbe Corvey, den Flugplatz Höxter-Holzminden, das geplante Trianel-Pumpspeicherkraftwerk, Windenergiekonzentrationszonen und ein bedeutendes FFH-Gebiet.

 

 

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