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Der Kommentar

Die Staatsjagd Springe ist der T-Rex unter den fossilen Events - und jetzt macht der grüne Meyer sie platt

Von Ralph L o r e n z

Klar doch! Auch grüne Minister sind auf Jagd-Trophäen erpicht – diese müssen sich eben nur vielversprechend als rotes Tuch eignen. Jetzt hat er die hochherrschaftliche Staatsjagd in Springe zur Strecke gebracht, der Grünen-Agrarminister Christian Meyer aus Holzminden.

Wenn nicht er, wer dann? Das sichert dem gelernten Diplomsozialwirt frenetischen Beifall seiner grünen Klientel. Es gibt ja nun wirklich nur noch ganz wenige Gelegenheiten wirklich alte, sogar uralte Zöpfe abzuschneiden und diese nahezu unwidersprochen als solche brandmarken zu können. Meyer sagt, „diese auf hochherrschaftlichen Riten aus der Kaiserzeit beruhende Jagd des jeweiligen Landesherrn im Saupark Springe“ passe nicht mehr in die Zeit. Wenn das ein ausschlaggebendes Kriterium gewesen sein soll, dann hat der Herr Minister – mit Verlaub gesagt – allerdings einen Knall.

 

 

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Denn inzwischen haben wir einen Konsens der Nostalgie und wissen Überbleibsel zu schätzen, gerade weil sie nicht mehr in die Zeit passen. Das wäre so als würde einer mit der Jagdflinte eines jener hinreißend schönen Jagdgemälde von der Wand schießen – nur weil sie und ihre Maler aus der Mode gekommen sind. Oder dem Heckflossen-Caddy die Sonntagsausfahrt-Zulassung für die Straße verweigern, ebenso dem alten Mercedes Benz aus der Adenauer-Zeit – da es sich ja erkennbar um Oldtimer und technisch gesehen alte Zöpfe handelt.

Die sogenannte „Diplomaten-Jagd“, später auch "Ministerjagd" (aber nie so gemeint)  ist ein erhaltenswürdiges Fossil weil sie der T-Rex unter den herrschaftlichen Events ist. Und sie war einer der wenigen Gründe weshalb sich Kaiser und sonstige gekrönte Häupter nach Springe ins schöne Weserbergland verirrt haben. Was hätten sie etwa auch mit dem Hochzeitshaus in Hameln anfangen sollen oder einem Fußgängerzonen-Pflasterfest?

Mit dem jetzigen Blattschuss der Staatsjagd hat der Grüne Meyer aus Holzminden, wo sowieso auch nichts mehr los ist, das Weserbergland um eine weitere Attraktion ärmer gemacht. Wenn es in der Vergangenheit Streit um die Auswahl der Teilnehmer gegeben haben soll, dann ist das noch lange kein Grund den ganzen Laden dicht zu machen. Im Umkehrschluss zeigte es ja nur wie begehrt die Teilnahme war. Mit dem gleichen Argument könnten auch die Wagner-Festspiele in Bayreuth abgeblasen werden.

Meyer hätte sich ja auch als Streitschlichter und mit der Verfeinerung der Spielregeln um die Staatsjagd im Saupark "nachhaltig" verdient machen können. Und er weiß doch nur zu gut: Solche Jahrhunderte alten Lustbarkeiten dienten erwiesenermaßen nicht nur dem Selbstzweck: Sie waren immer auch ein Spielfeld der stillen Diplomatie und damit sogar im öffentlichem Interesse.

Die Staatsjagd in Springe hat Kaiser, Könige und Nazis überlebt. Nur den grünen Meyer nicht.

Was steht als nächstes auf seiner Abschussliste?

 

 



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