Gesundheit mit Migranten für Migranten in Europa:
MiMi-Projekt des Ethno-Medizinischen Zentrums bekommt „European Health Award“

Dienstag 3. November 2015 - Gastein/Hannover/Nienburg (wbn). Das Projekt „Gesundheit mit Migranten für Migranten in Europa“, kurz MiMi, ist im österreichischen Gastein mit dem „European Health Award" ausgezeichnet worden.

Der renommierte europäische Gesundheitspreis wird für Vorhaben verliehen, die zu aktuellen Herausforderungen wie Ungleichheiten des Gesundheitsstatus, Zugang zu Gesundheit- und Vorsorgeleistungen oder Verbesserung von Behandlungsmöglichkeiten nachhaltige Konzepte entwickeln.

 

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„Das Projekt MiMi hat hier klar überzeugen können“, sagt Ahmet Kimil vom Ethno-Medizinischen Zentrum (EMZ) Hannover. „Es informiert mit Hilfe von mehrsprachigen Gesundheitslotsen Migranten über das Gesundheitswesen und fördert gesunde Lebensweisen, Integration und Teilhabe. Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation ist MiMi´s interkultureller Ansatz von besonderer Bedeutung.“

Die Zahlen dazu können sich sehen lassen: Über MiMi wurden bisher mehr als 90.000 Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland und Österreich angesprochen, mehr als 2.000 mehrsprachige Gesundheitslotsen geschult und über 8.000 Veranstaltungen durchgeführt. Damit trägt nach Überzeugung der Jury das EMZ aus Hannover mit seinen Partnern an 61 Standorten zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und des Gesundheitswesens in Europa bei.

MiMi auch im Landkreis Nienburg ein Erfolg

Einer der erfolgreichen Standortpartner in Niedersachsen ist der Landkreis Nienburg/Weser. Durch MiMi wurden hier alleine im Jahr 2014 insgesamt 307 Migrantinnen und Migranten angesprochen. In ihren Veranstaltungen informieren interkulturelle Gesundheitsmultiplikatoren ihre Landsleute in der jeweiligen Muttersprache über das Deutsche Gesundheitssystem und über weitere Themen der Gesundheitsfür- und vorsorge - etwa Kindergesundheit, Impfen, Diabetes, Brustkrebsfrüherkennung. Insgesamt 25 geschulte Multiplikatoren gibt es aktuell im Landkreis.

Anfang Februar 2016 bietet der Landkreis eine neue Multiplikatoren-Grundschulung für Muttersprachler mit guten Deutschkenntnissen an. „Insbesondere bei den neu Zugewanderten besteht ein großer Informationsbedarf, gerade im Bereich des Gesundheitswesens“, sagt Sozialpädagogin Janina Wendt vom Landkreis Nienburg. „Um diesen Bedarf abzudecken, würden wir uns freuen, wenn wir viele neue Multiplikatoren gewinnen können, die ihre Informationen an ihre Landsleute weitergeben können.“ Für jede durchgeführte Schulung gibt es eine Aufwandsentschädigung und im Anschluss daran können die Mediatoren von Institutionen wie Schulen, Kindergärten oder Begegnungszentren, aber auch von Gruppen oder Einzelpersonen für muttersprachliche Informationsveranstaltungen gebucht werden.

Gesundheitsmediatoren können über Janina Wendt und Fatma Kuri unter der Rufnummer (0 50 21) 967-608 beim Landkreis angefragt werden. Interessierte an der Grundschulung können hier nähere Informationen erhalten.