Stadthagen will Firmen und Fachkräfte gemeinsam anwerben
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Die Wirtschaftsförderung der Stadt Stadthagen plant einen grundlegenden Strategiewechsel. Statt Standortmarketing allein von oben zu betreiben, sollen künftig Unternehmen, Händler und weitere Akteure vor Ort aktiv eingebunden werden. Das ist der Kern eines neuen Ansatzes, den Wirtschaftsförderer Lars Masurek vorantreibt.
Standortmarketing als Gemeinschaftsprojekt
Stadthagen steht vor Herausforderungen, die viele Kommunen in der Region kennen. Der demografische Wandel macht sich bemerkbar. Fachkräfte fehlen, Leerstände bedrohen den Einzelhandel, und neue Betriebe lassen sich nur schwer ansiedeln. Die bisherigen Wege haben nicht ausgereicht.
Masurek setzt deshalb auf Beteiligung. Wer von guten Standortbedingungen profitiert, soll auch an deren Vermarktung mitwirken. Konkret bedeutet das: Unternehmen, Gewerbetreibende und Bürger werden in die Entwicklung einer gemeinsamen Außendarstellung einbezogen. Verwaltung und Wirtschaft arbeiten dabei eng zusammen.
Dieser Ansatz ist kein Selbstläufer. Er erfordert Koordination, Vertrauen und klare Strukturen. Die Wirtschaftsförderung übernimmt die Rolle eines Moderators, bringt die verschiedenen Gruppen an einen Tisch und gibt dem Prozess eine Richtung.
Drei Zielgruppen im Fokus
Das neue Konzept richtet sich laut Masurek an drei Zielgruppen gleichzeitig: neue Unternehmen, potenzielle Arbeitskräfte und Einkaufskunden. Jede Gruppe braucht andere Argumente. Betriebe suchen verfügbare Gewerbeflächen, günstige Infrastruktur und verlässliche Verwaltung. Fachkräfte fragen nach Lebensqualität, Wohnraum und Freizeitangeboten. Kunden wollen ein attraktives Stadtbild und ein gutes Angebot im Handel.
Stadthagen liegt im Landkreis Schaumburg. Die Region hat Stärken: eine gute Anbindung an Hannover, bezahlbarer Wohnraum und eine gewachsene Unternehmenslandschaft im Mittelstand. Diese Vorteile müssen sichtbarer werden, so die Einschätzung der Wirtschaftsförderung.
Betroffene werden beteiligt
Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Ansatzes ist die frühzeitige Beteiligung aller Betroffenen. Unternehmen werden nicht erst am Ende eines fertigen Konzepts informiert, sondern wirken von Anfang an mit. Das soll Akzeptanz schaffen und die Umsetzung erleichtern.
Dieses Vorgehen unterscheidet sich von klassischen Marketingkampagnen, bei denen eine Stadtverwaltung allein Botschaften entwickelt und nach außen trägt. Der neue Ansatz setzt auf Glaubwürdigkeit durch Authentizität. Wer selbst am Ort lebt und arbeitet, kann überzeugender werben als eine externe Agentur.
Herausforderung: Koordination und Kontinuität
Beteiligungsprozesse brauchen Zeit und personelle Kapazitäten. Die Wirtschaftsförderung muss sicherstellen, dass der Schwung nicht nachlässt, sobald erste Schritte getan sind. Wer heute Erwartungen weckt, muss morgen liefern.
Für Kommunen wie Stadthagen ist das ein schmaler Grat. Die Ressourcen in der Verwaltung sind begrenzt. Gleichzeitig steigt der Druck, sich im Wettbewerb mit anderen Städten zu behaupten. Ohne sichtbares Standortmarketing droht die Gefahr, gegenüber benachbarten Kommunen zurückzufallen.
Richtiger Ansatz, aber kein schnelles Ergebnis
Die Idee, Standortmarketing als gemeinsame Aufgabe zu verstehen, entspricht dem, was die Wirtschaftsförderung seit längerem anstrebt. Ob Stadthagen damit tatsächlich mehr Firmen, Fachkräfte und Kunden anziehen kann, wird die Praxis zeigen. Die Wirtschaftsförderung hat erkannt, dass sie das nicht allein schaffen kann.



