Stiebel Eltron warnt: Chinas Hersteller bedrohen Wärmepumpen-Standort
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Stiebel Eltron aus Holzminden schlägt Alarm. Der Wärmepumpenhersteller warnt davor, dass chinesische Unternehmen den europäischen Markt übernehmen könnten. Das Muster kennt man bereits aus der Solarbranche und der Elektroauto-Industrie.
Rund eine Milliarde Euro Umsatz steht auf dem Spiel
Stiebel Eltron erwirtschaftet nach eigenen Angaben rund eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr. Das Unternehmen gehört zu den führenden Wärmepumpen-Herstellern in Deutschland. Doch die Lage hat sich verschlechtert.
Ende 2023 brach der Wärmepumpenmarkt in Deutschland ein. Stiebel Eltron traf das besonders hart. Das Unternehmen hatte konsequent auf diese Technologie gesetzt und war stärker abhängig als breit aufgestellte Wettbewerber.
Seitdem kämpft das Unternehmen an zwei Fronten: Die Nachfrage im Inland stockt, und Anbieter aus China drängen mit günstigeren Preisen auf den Markt.
China setzt auf Masse und günstige Produktion
In China, Japan und den USA wächst der Wärmepumpenmarkt stark. Chinesische Hersteller produzieren in großen Stückzahlen, was die Kosten deutlich senkt. Hinzu kommen staatliche Subventionen aus Peking.
Dieses Modell ist bekannt. In der Solarbranche haben chinesische Hersteller europäische Konkurrenten weitgehend verdrängt. Bei Elektroautos läuft ein ähnlicher Prozess. Stiebel Eltron befürchtet, dass Wärmepumpen das nächste Kapitel werden.
Das Unternehmen fordert deshalb politisches Eingreifen. Ohne entsprechende Maßnahmen sei der Standort Deutschland langfristig nicht zu halten.
Staatliche Förderung als Zwischenhilfe
Der Bund und das Land Niedersachsen haben Stiebel Eltron mit 10,8 Millionen Euro gefördert. Das Geld soll die Entwicklung und Produktion stärken. Das strukturelle Problem löst die Förderung allerdings nicht. Solange die Nachfrage in Deutschland stagniert und Importe aus Asien günstiger werden, bleibt der Druck hoch.
Technologisch gut aufgestellt, wirtschaftlich unter Druck
Stiebel Eltron investiert in effiziente Technologien und setzt etwa auf das natürliche Kältemittel R290, also Propan, um Wärmepumpen umweltfreundlicher und effizienter zu machen.
Warmwasser-Wärmepumpen des Unternehmens sollen laut Herstellerangaben bis zu 70 Prozent Strom einsparen. Technisch ist der Standort Holzminden damit konkurrenzfähig.
Das Problem liegt woanders. Chinesische Massenproduktion kann Preisvorteile bieten, die technische Qualität allein nicht ausgleicht. Genau hier setzt die Warnung von Stiebel Eltron an.
Politik gefordert: Lehren aus der Solarbranche
Die Bundesregierung steht vor einer bekannten Entscheidung. Bei Solarmodulen reagierte die Politik zu spät, die europäische Produktion ist heute kaum noch relevant. Stiebel Eltron will verhindern, dass sich dieser Fehler wiederholt.
Konkret geht es um Fragen des Wettbewerbsrechts und mögliche Schutzmaßnahmen für europäische Hersteller. Die EU hat bei Elektroautos aus China bereits Zusatzzölle eingeführt. Ob ein ähnliches Instrument für Wärmepumpen kommt, ist offen.
Der Weltmarkt für Luft-Wärmepumpen wächst bis 2035 voraussichtlich weiter. Gebäudegesetze in Europa und der steigende Bedarf nach klimafreundlichem Heizen treiben die Nachfrage. Die Frage ist, wer von diesem Wachstum profitiert.
Holzminden als Gradmesser für die Industrie
Was bei Stiebel Eltron in Holzminden passiert, ist symptomatisch für die deutsche Heizungsindustrie insgesamt. Das Unternehmen steht für einen Sektor, der technologisch vorne liegt, aber wirtschaftlich unter Druck geraten ist.
Die Warnung aus dem Weserbergland ist klar: Ohne politische Weichenstellungen riskiert Deutschland, einen weiteren Industriezweig an China zu verlieren. Die Zeit für Entscheidungen ist knapp.


