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Wolfsrudel im Solling: Schäfer im Kreis Höxter müssen handeln

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Im Solling ist der Wolf sesshaft geworden. Ein Rudel mit mindestens fünf Tieren, darunter drei Jungtiere, hat sich dort fest angesiedelt. Als wahrscheinliches Kerngebiet gilt das Moorgebiet Friedrichshäuser Bruch. Für Schäfer, Landwirte und Jäger im Kreis Höxter hat das direkte Folgen.

Vom weißen Fleck zur Wolfsregion

Der Solling galt lange als eine der wenigen größeren Waldregionen in Niedersachsen ohne feste Wolfspräsenz. Das hat sich geändert. Betroffen sind Tierhalter auf beiden Seiten der Kreisgrenze: im Kreis Höxter ebenso wie im angrenzenden Kreis Northeim.

Bereits vor diesem Nachweis gab es Vorfälle. Das Landvolk Northeim-Osterode forderte nach einem mutmaßlichen Wolfsriss im Solling den Abschuss des Rudels. Der Verband kontaktierte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium. Eine offizielle Antwort stand zu diesem Zeitpunkt noch aus.

Was Tierhalter im Kreis Höxter jetzt wissen müssen

Mit dem Nachweis eines festen Rudels gelten für betroffene Regionen erhöhte Schutzanforderungen. Wer Schafe, Ziegen oder andere Nutztiere hält, muss seinen Herdenschutz überprüfen und anpassen.

Herdenschutz ist Pflicht

Wolfsabweisende Zäune mit einer Mindesthöhe von 90 Zentimetern sind Pflicht. Der Zaun muss im unteren Bereich am Boden abgesichert sein, damit Wölfe nicht darunter hindurchgraben können. Elektrozäune gelten als besonders wirksam. Herdenschutzhunde sind eine weitere anerkannte Schutzmaßnahme.

Wer diese Mindeststandards einhält, hat im Schadensfall Anspruch auf Entschädigung. Wer sie nicht einhält, riskiert, leer auszugehen. Die genauen Anforderungen regelt Niedersachsen über das Wolfsmanagement des Landes.

Risse melden und dokumentieren

Wer einen Riss vermutet, muss diesen unverzüglich melden. Zuständig ist in Niedersachsen das Wolfsbüro beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Nur durch eine offizielle Begutachtung lässt sich ein Wolfsriss amtlich bestätigen. Ohne diesen Nachweis gibt es keine Entschädigung.

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Tierhalter sollten tote oder verletzte Tiere nicht bewegen, bevor ein Gutachter die Situation aufgenommen hat. Spuren und Bisswunden sind wichtige Belege für die spätere Beurteilung.

Rund 500 Hektar Grünland betroffen

Im Solling und seinem Umfeld werden rund 500 Hektar Grünland bewirtschaftet. Für Landwirte und Schäfer, die diese Flächen nutzen, verändert sich die Lage. Weideflächen nahe dem Friedrichshäuser Bruch liegen nun im Streifgebiet des Rudels.

Jagd und Wildtiermanagement unter Druck

Auch für Jäger im Kreis Höxter hat die Ansiedlung Konsequenzen. Wölfe beeinflussen das Verhalten von Reh- und Rotwild. Die Tiere meiden bestimmte Bereiche oder wechseln häufiger das Revier. Das erschwert die Bejagung und die Wildschadensregulierung.

Das Landvolk und Jagdverbände fordern seit längerem eine klarere gesetzliche Grundlage für den Umgang mit Problemwölfen. Der Wolf ist in Deutschland streng geschützt. Ein Abschuss ist nur unter engen Voraussetzungen möglich, etwa wenn ein Wolf wiederholt Nutztiere trotz vorschriftsmäßiger Schutzmaßnahmen reißt.

Region muss sich neu aufstellen

Der Solling ist kein Einzelfall. In anderen Regionen Niedersachsens und bundesweit haben Tierhalter bereits Erfahrungen mit sesshaften Rudeln gesammelt. Schutzmaßnahmen kosten Zeit und Geld. Förderprogramme des Landes Niedersachsen helfen dabei, die Kosten für zertifizierten Herdenschutz zu decken.

Tierhalter im Kreis Höxter sollten jetzt handeln: Zäune prüfen, Förderanträge stellen und die zuständigen Behörden kontaktieren. Wer abwartet, ist im Schadensfall schlechter gestellt.

Fazit

Die Ansiedlung eines Wolfsrudels im Solling ist eine neue Realität für den Kreis Höxter. Sie erfordert konkretes Handeln von Tierhaltern, klare Kommunikation der Behörden und eine sachliche politische Debatte.

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