Lokal

Wouldham Camp: Hamelns britisches Militärareal wird Naturlandschaft

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Auf dem ehemaligen britischen Militärgelände Wouldham Camp in Hameln entsteht eine neue Auenlandschaft. Die Abrissarbeiten an der Ohrschen Landstraße stehen kurz vor dem Abschluss. Anschließend soll das Gelände direkt am Weserufer der Natur zurückgegeben werden.

Eines der größten Projekte seiner Art in Deutschland

Knapp zwölf Hektar umfasst das Renaturierungsvorhaben auf dem Wouldham Camp. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben stuft das Projekt als eines der bundesweit größten Renaturierungsvorhaben auf einer ehemaligen Militärfläche ein.

Das Gelände liegt unmittelbar an der Weser. Die Lage macht es besonders geeignet für die Wiederherstellung natürlicher Auen. Solche Flächen filtern Wasser, binden Kohlenstoff und bieten Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten.

Jahrzehnte unter britischer Nutzung

Das Wouldham Camp war über Jahrzehnte von den britischen Streitkräften genutzt worden. Nach dem Abzug des britischen Militärs blieb das Areal zunächst sich selbst überlassen. Dann fiel die Entscheidung: Die Fläche soll nicht bebaut, sondern renaturiert werden.

Die Abrissarbeiten auf dem Gelände liefen in den vergangenen Monaten auf Hochtouren. Gebäude, Straßen und befestigte Flächen wurden zurückgebaut. Erst wenn der Boden vollständig beräumt ist, kann die eigentliche ökologische Aufwertung beginnen.

Renaturierung als Antwort auf den Flächendruck

In der Region Hameln-Pyrmont stehen Freiflächen oft unter starkem Nutzungsdruck. Wohn- und Gewerbebau konkurrieren mit Natur- und Landwirtschaftsflächen. Das Projekt am Wouldham Camp geht einen anderen Weg.

Statt Bebauung steht hier Naturschutz im Vordergrund. Weserauen gelten als besonders schützenswerte Lebensräume. Sie puffern Hochwasser ab und tragen zur Wasserqualität des Flusses bei.

Weser als ökologische Achse

Die Weser verbindet mehrere Naturräume im Weserbergland. Schon jetzt gibt es entlang des Flusses naturnahe Abschnitte, etwa die Auenlandschaft bei Hohenrode nahe Rinteln. Das Hamelner Projekt fügt dieser Kette ein weiteres Glied hinzu.

Lesen  Anlaufstelle am Bahnhof: Hilfe ohne Anmeldung, ohne Voraussetzung

Für Spaziergänger und Radfahrer dürfte das künftige Gelände ebenfalls attraktiv werden. Naturnahe Flächen unmittelbar am Wasser sind im städtischen Umfeld selten.

Umbau braucht Zeit

Bis eine vollwertige Auenlandschaft entstanden ist, werden noch Jahre vergehen. Naturprozesse lassen sich nicht beschleunigen. Pflanzen müssen ansamen, Böden sich regenerieren, Tiere das Gebiet neu besiedeln.

Der erste Schritt ist der Abschluss der Abrissarbeiten. Dieser steht nach aktuellem Stand kurz bevor. Danach folgen Planungs- und Umsetzungsphasen für die eigentliche ökologische Gestaltung.

Signal für den Naturschutz im Weserbergland

Das Wouldham Camp steht exemplarisch für einen veränderten Umgang mit alten Militärliegenschaften. Statt Nachnutzung durch Gewerbe oder Wohnen entscheiden sich Bund und Kommunen an manchen Stellen für die Rückgabe an die Natur. In Hameln entsteht so an der Weser eine Fläche, die sowohl ökologisch als auch stadtplanerisch relevant ist.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"