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Warum drückt meine Brille? Die häufigsten Ursachen und einfache Lösungen

Wer eine Brille trägt, kennt das Gefühl: Nach ein paar Stunden beginnt die Fassung an der Nase zu scheuern, die Bügel drücken hinter den Ohren, und ein dumpfer Druck macht sich am Hinterkopf bemerkbar. Was zunächst als kleine Unannehmlichkeit erscheint, kann sich mit der Zeit zu einem echten Problem entwickeln. Dabei lässt sich ein Großteil dieser Beschwerden mit wenigen gezielten Handgriffen beheben.

Brillen sind präzise Instrumente, die individuell auf den Träger abgestimmt sein müssen. Passt die Fassung nicht korrekt, leidet nicht nur der Tragekomfort, sondern in manchen Fällen auch die Sehqualität. Wer verstehen möchte, warum die Brille drückt, sollte zunächst die häufigsten Ursachen kennen.

Die häufigsten Ursachen für drückende Brillen

Nasenpolster und Nasensteg

Der Nasenbereich ist die empfindlichste Auflagefläche einer Brille. Sind die Nasenpolster zu eng eingestellt, entsteht ein unangenehmer Druck auf die Nasenrücken-Seiten. Besonders Kunststoffgestelle ohne verstellbare Nasenpolster bereiten hier häufig Probleme, da sie in einer einzigen Größe gefertigt werden und nicht auf alle Nasenformen passen.

Metallgestelle dagegen verfügen meist über einzeln biegbare Nasenpolster aus Silikon oder Kunststoff. Ein Optiker kann diese in wenigen Minuten justieren und so den Druck erheblich reduzieren.

Zu enge oder zu weit auseinanderstehende Bügel

Die Bügel einer Brille sollten den Kopf sanft umschließen, ohne zu kneifen. Sind sie zu eng, drücken sie an den Schläfen und können Kopfschmerzen verursachen. Sitzen sie zu weit auseinander, rutscht die Brille ständig nach unten, was dazu verleitet, den Kopf in eine unnatürliche Haltung zu bringen. Beides ist auf Dauer belastend, besonders bei längerem Tragen im Berufsalltag. Wer ohnehin viel Zeit am Bildschirm verbringt, sollte im Übrigen auch auf den richtigen Monitorabstand und eine ergonomische Sitzposition achten, da ein schlecht eingerichteter Arbeitsplatz Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich verstärken kann. Wie das gelingt, erklärt der Ratgeber zur Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz.

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Bügellänge und Auflage hinter dem Ohr

Bügel enden entweder gerade oder mit einer nach unten gebogenen Krampe, dem sogenannten Anschlag. Passt die Länge nicht zur individuellen Kopfform, liegt der Bügel zu weit vorne oder zu weit hinten auf und erzeugt Druckstellen. Typisch sind rote Flecken direkt hinter der Ohrmuschel oder ein Ziehen in Richtung Hals.

Falsches Stegmaß

Das Stegmaß beschreibt den Abstand zwischen den beiden Brillengläsern. Ist er zu groß oder zu klein für den Nasenabstand des Trägers, sitzt die Brille schief oder kneift dauerhaft an einer Seite. Eine professionelle Anpassung beim Optiker ist in diesem Fall unerlässlich.

So überprüfen Sie den Sitz Ihrer Brille selbst

Bevor Sie einen Termin beim Optiker vereinbaren, lässt sich der Sitz der Brille mit einem einfachen Selbsttest beurteilen. Setzen Sie die Brille auf und schauen Sie geradeaus in einen Spiegel. Die Gläser sollten symmetrisch vor den Augen sitzen, die Pupillen sich idealerweise in der Mitte der Gläser befinden. Kippen die Gläser nach einer Seite, ist eine Anpassung nötig.

Außerdem empfiehlt es sich, die Druckstellen nach dem Abnehmen der Brille zu beobachten. Leichte Abdrücke auf dem Nasenrücken sind normal und klingen rasch ab. Rötungen, die länger als zehn Minuten andauern, oder Schmerzen in den Schläfen deuten hingegen auf eine fehlerhafte Passform hin.

Was ein Optiker justieren kann

Viele Trageprobleme lassen sich durch eine professionelle Anpassung beheben, die in der Regel kostenlos oder gegen eine geringe Schutzgebühr durchgeführt wird. Metallgestelle können an nahezu allen Stellen gebogen werden: Bügel, Nasensteg, Nasenpolster und die Neigung der Gläser. Kunststoffgestelle lassen sich nach leichtem Erwärmen ebenfalls formen, jedoch ist hier mehr Feingefühl gefragt.

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Wer häufig Druckstellen am Nasenrücken hat, kann zudem spezielle Silikonpolster nachkaufen, die über bestehende Nasenpolster geschoben werden und die Druckverteilung verbessern.

Die richtige Brille von Anfang an wählen

Der beste Schutz gegen Druckstellen beginnt bereits bei der Brillenwahl. Wer ausreichend Zeit in die Anprobe investiert und verschiedene Fassungsformen ausprobiert, legt den Grundstein für komfortables Tragen. Optiker-Ketten mit breitem Sortiment können dabei eine hilfreiche Orientierung bieten. So führt etwa eyes + more als Optiker für Einstärkenbrillen und Gleitsichtbrillen eine große Auswahl an Fassungen unterschiedlicher Breiten und Materialien, sodass die Anpassung an verschiedene Kopfformen leichter gelingt.

Neben der Fassung spielt auch das Gewicht der Gläser eine Rolle. Hochbrechende Gläser sind dünner und leichter als Standard-Gläser und können den Druck auf den Nasenrücken bei stärkeren Sehkorrekturen deutlich verringern. Wer eine höhere Dioptrienzahl hat, sollte deshalb beim nächsten Brillenkauf gezielt nach dieser Option fragen.

Materialien und Hautverträglichkeit

Manchmal liegt das Problem nicht in der Passform, sondern im Material. Bestimmte Metall-Legierungen oder Kunststoffe können Kontaktallergien auslösen, die sich als Rötung, Juckreiz oder Brennen äußern. Besonders nickelhaltige Fassungen gelten als häufige Auslöser von Kontaktekzemen im Nasen- und Ohrenbereich.

Hier lohnt sich der Wechsel zu Fassungen aus Titan, Edelstahl oder hochwertigen Kunststoffen wie Acetat. Titan ist besonders leicht und nahezu vollständig hypoallergen, was es zur ersten Wahl für Menschen mit empfindlicher Haut macht.

Wer sich nicht sicher ist, ob eine Allergie vorliegt, kann einen Dermatologen aufsuchen oder einen Epikutantest machen lassen. Dieser Test gibt zuverlässig Auskunft darüber, welche Materialien gut verträglich sind.

Besonderheiten bei Kindern und aktiven Brillenträgern

Kinder wachsen schnell, und was heute passt, kann in wenigen Monaten bereits zu eng oder zu kurz sein. Regelmäßige Kontrolltermine beim Optiker sind daher bei Kindern besonders wichtig. Eine schlecht sitzende Kinderbrille kann nicht nur Druckstellen verursachen, sondern auch dazu führen, dass das Kind die Brille ablehnt und weniger trägt, was sich auf die Sehentwicklung auswirken kann.

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Sporttreibende Brillenträger stehen vor der Herausforderung, dass herkömmliche Fassungen bei intensiver Bewegung verrutschen oder stärker drücken. Sportbrillen mit flexiblen Bügeln und weichen Silikonnasenpolstern sind hier die deutlich komfortablere Wahl. Alternativ bieten sich Kontaktlinsen für die sportliche Betätigung an. Wer darüber nachdenkt, kann sich ausführlich auf der Informationsseite zur Kontaktlinsen-Beratung von Fielmann oder beim eigenen Optiker beraten lassen.

Drückende Brillen sind kein unabänderliches Schicksal. Mit dem richtigen Wissen über Ursachen und Anpassungsmöglichkeiten lässt sich der Tragekomfort in den meisten Fällen deutlich verbessern, ohne dass eine neue Brille nötig ist. Wer die Beschwerden kennt und gezielt anspricht, trägt seine Sehhilfe bald wieder so, wie sie gedacht ist: unbemerkt und angenehm.

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