Bildung

Quorum verfehlt: Oberschulen-Volksentscheid im Kreis Holzminden gescheitert

Der kreisweite Bürgerentscheid im Landkreis Holzminden hat keine Mehrheit für die Bürgerinitiative gebracht. Am 12. April 2026 stimmten die Wahlberechtigten über den Erhalt der Oberschulen in Bodenwerder und Stadtoldendorf ab. Das Ergebnis war eindeutig: Das notwendige Quorum wurde deutlich verfehlt.

9.622 Ja-Stimmen reichten nicht aus

Für einen erfolgreichen Bürgerentscheid wären mindestens 11.507 Ja-Stimmen notwendig gewesen. Gezählt wurden lediglich 9.622 Stimmen für die Forderung der Bürgerinitiative. Das bedeutet: Es fehlten 1.885 Stimmen bis zum erforderlichen Quorum.

Die Wahlbeteiligung lag im gesamten Landkreis bei nur 25,9 Prozent. Mehr als 55.000 Menschen waren zur Abstimmung aufgerufen. Tatsächlich abgestimmt haben damit deutlich weniger als 15.000 Bürgerinnen und Bürger.

Das Quorum verlangt nicht nur eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Es muss auch ein bestimmter Anteil aller Wahlberechtigten erreicht werden. Genau daran scheiterte die Initiative.

Worum es bei dem Streit geht

Im Mittelpunkt stand die geplante Zusammenführung der Oberschule Bodenwerder und der Oberschule Stadtoldendorf. Der Landkreis Holzminden hatte diese Zusammenlegung beschlossen. Hintergrund sind sinkende Schülerzahlen in der Region.

Eine Bürgerinitiative wollte die Schulen dauerhaft als eigenständige Standorte erhalten. Sie sammelte ausreichend Unterschriften, um einen Bürgerentscheid zu erzwingen. Im Februar 2026 wurde die erforderliche Anzahl an Unterschriften offiziell bestätigt.

Daraufhin setzte der Landkreis den Abstimmungstag auf den 12. April 2026 fest. Alle wahlberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises konnten teilnehmen. Die Abstimmung war auch per Briefwahl möglich.

Was das Ergebnis bedeutet

Mit dem Scheitern des Bürgerentscheids bleibt der Beschluss des Landkreises zur Schulzusammenlegung bestehen. Die Pläne zur Zusammenführung der beiden Oberschulen können weiterverfolgt werden. Die Bürgerinitiative hat ihr Ziel nicht erreicht.

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Das schwache Abstimmungsergebnis zeigt: Nur ein kleiner Teil der Wahlberechtigten ging an die Urne. Eine Wahlbeteiligung von 25,9 Prozent ist für einen solchen Entscheid außerordentlich niedrig. Das Thema mobilisierte offenbar nicht genug Menschen im Landkreis.

Bodenwerder und Stadtoldendorf direkt betroffen

Besonders in den betroffenen Kommunen war das Engagement groß. Die Samtgemeinde Bodenwerder-Polle hatte aktiv über den Abstimmungstag informiert. Auch in Stadtoldendorf und dem Flecken Delligsen hatten Bürgerinnen und Bürger intensiv diskutiert.

Die Schulen in Bodenwerder und Stadtoldendorf sind für viele Familien in der Region wichtige Bildungseinrichtungen. Eine Zusammenlegung würde für Schülerinnen und Schüler längere Schulwege bedeuten. Genau das trieb viele Unterstützer der Initiative an.

Fazit: Landkreis setzt Kurs fort

Der Bürgerentscheid vom 12. April 2026 hat keine rechtliche Bindungswirkung entfaltet. Der Landkreis Holzminden kann seine Schulpolitik nun ohne direktdemokratische Schranke weiterführen. Die Entscheidung über die Zukunft der Oberschulen liegt wieder allein beim Kreistag. Für die Bürgerinitiative ist der Weg über den Volksentscheid damit vorerst beendet.

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