Schaar-Designs aus Eschershausen liefert an ÖBB
Ein kleiner Ort im Landkreis Holzminden liefert in die Nachbarrepublik: Schaar-Designs, Teil der in Eschershausen ansässigen Schaar-Gruppe, produziert für die österreichische Bundesbahn. Der Auftrag zeigt, dass Mittelständler aus dem Weserbergland auf internationalen Märkten bestehen können.
Auftrag aus Wien: ÖBB setzt auf Produkte aus dem Weserbergland
Eschershausen liegt im südlichen Landkreis Holzminden, eingebettet zwischen Ith und Hils. Rund 3.500 Menschen leben dort. Wirtschaftlich ist die Kleinstadt kein Schwergewicht. Umso bemerkenswerter ist die Reichweite der Schaar-Gruppe.
Das Unternehmen Schaar-Designs hat einen Lieferauftrag der österreichischen Bundesbahn, kurz ÖBB, gewonnen. Die ÖBB ist eines der größten Bahnunternehmen in Europa. Sie betreibt ein dichtes Streckennetz und beschafft regelmäßig Ausstattung und Komponenten bei Spezialanbietern.
Welche konkreten Produkte Schaar-Designs für die ÖBB fertigt, geht aus den vorliegenden Informationen nicht im Detail hervor. Klar ist: Das Unternehmen hat sich mit seiner Fertigung gegen Mitbewerber aus anderen Regionen durchgesetzt.
Die Schaar-Gruppe als regionaler Arbeitgeber
Die Schaar-Gruppe ist in Eschershausen verwurzelt. Mit Schaar-Designs verfügt das Unternehmen über einen Betriebszweig, der sich auf Designprodukte und deren Herstellung spezialisiert hat. Für den Landkreis Holzminden ist ein solcher Betrieb von Bedeutung.
Der Landkreis Holzminden gilt als strukturschwache Region. Die Bevölkerungszahl sinkt seit Jahren. Unternehmen, die Arbeitsplätze vor Ort halten und neue Aufträge gewinnen, stabilisieren die lokale Wirtschaft. Betriebe mit überregionalen Kunden tragen dazu bei, dass qualifizierte Fachkräfte in der Region bleiben.
In Eschershausen selbst sind laut aktuellen Stellenanzeigen mehrere Stellen im Bereich Montage und Produktion ausgeschrieben. Das deutet auf eine laufende Nachfrage nach Arbeitskräften hin.
Standort Eschershausen: Zwischen Erholung und Industrie
Eschershausen ist im regionalen Entwicklungskonzept der Dorfregion Ith-Hils als Standort mit besonderer Entwicklungsaufgabe Erholung eingestuft. Das Stadtgebiet grenzt an naturnahe Landschaften, die touristisch genutzt werden.
Gleichzeitig gibt es im Ort produzierende Betriebe. Diese Mischung aus Tourismus und Industrie ist typisch für viele Kleinstädte im Weserbergland. Sie erfordert eine umsichtige Standortplanung, damit beide Bereiche nebeneinander bestehen können.
Der Erfolg von Schaar-Designs zeigt, dass der Industriestandort Eschershausen nicht nur lokal funktioniert. Internationale Aufträge sind möglich, wenn Qualität und Spezialisierung stimmen.
Mittelstand im Weserbergland mit Exportpotenzial
Das Beispiel Schaar-Designs steht nicht allein. Das Weserbergland hat eine Tradition im verarbeitenden Gewerbe. Unternehmen aus den Landkreisen Holzminden, Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Höxter beliefern Kunden weit jenseits der niedersächsischen Grenzen.
Bekannte Beispiele aus der Region gibt es auch im Lebensmittelbereich. Das Einbecker Bier ist seit Jahrhunderten überregional bekannt. Doch auch in anderen Branchen, von der Metallverarbeitung bis zum Interieurdesign, gibt es Betriebe mit nationalen und internationalen Kunden.
Für Regionen mit strukturellen Herausforderungen ist dieser Exporterfolg kein Selbstläufer. Er setzt voraus, dass Unternehmen in Qualität, Technik und Vertrieb investieren. Fachkräftemangel und Infrastrukturprobleme erschweren das.
Fazit: Ein Signal aus dem Landkreis Holzminden
Der ÖBB-Auftrag für Schaar-Designs ist mehr als eine Einzelmeldung. Er zeigt, dass Betriebe aus dem Landkreis Holzminden auf einem anspruchsvollen europäischen Markt bestehen. Für eine Region, die wirtschaftlichen Aufwind gut gebrauchen kann, ist das eine gute Nachricht.
Ob der Auftrag ein einmaliges Projekt oder der Beginn einer dauerhaften Geschäftsbeziehung ist, bleibt offen. Für Eschershausen und den Landkreis Holzminden wäre eine langfristige Partnerschaft mit einem Großkunden wie der ÖBB ein stabiler Beitrag zur lokalen Wirtschaftskraft.
