Grüne fordern neue Cannabis-Regeln: Bremen will Grenzwerte anheben
In Bremen wächst der politische Druck, den Umgang mit Cannabis neu zu regeln. Die Grünen in der Bremischen Bürgerschaft fordern eine Anhebung der sogenannten Eigenbedarfsgrenze sowie die Legalisierung des privaten Anbaus. Ihr Ziel: Eine zeitgemäße, gesundheitsorientierte Drogenpolitik, die Konsumenten nicht kriminalisiert, sondern begleitet.
Mehr Eigenverantwortung statt Strafverfolgung
Nach dem Willen der Grünen sollen Erwachsene künftig bis zu vier Cannabispflanzen in der eigenen Wohnung anbauen dürfen. Außerdem soll die bisherige Grenze von sechs Gramm Besitz zum Eigenbedarf auf bis zu 15 Gramm angehoben werden. Damit würde Bremen einen klaren Schritt in Richtung einer liberaleren Regelung gehen. Die Strafverfolgung kleiner Mengen soll damit endgültig der Vergangenheit angehören.
Bremen als Vorreiter auf Landesebene
Im Vergleich zu anderen Bundesländern gilt Bremen bislang als eher streng. Während einige Länder bereits zehn oder sogar 15 Gramm tolerieren, liegt die Grenze in Bremen bei sechs Gramm. Das soll sich nun ändern. Sollte sich die Bürgerschaft auf den Vorschlag der Grünen einigen, wäre Bremen das erste Bundesland, das einen solchen Schritt im Rahmen der neuen bundesgesetzlichen Spielräume tatsächlich umsetzt.
Politischer Vorstoß mit Signalwirkung
Der Vorschlag der Grünen ist bereits intern abgestimmt und soll in den kommenden Wochen mit dem Koalitionspartner SPD besprochen werden. Eine Entscheidung könnte noch im Sommer fallen. Die Partei sieht darin nicht nur eine Anpassung an gesellschaftliche Realitäten, sondern auch ein politisches Signal: Wer kontrollierten Cannabiskonsum erlaubt und entkriminalisiert, entzieht dem Schwarzmarkt die Grundlage und schützt zugleich besonders junge Menschen durch klare Regeln.
Gesundheit und Aufklärung im Mittelpunkt
Ziel der Neuregelung sei laut den Grünen nicht die Verharmlosung von Drogenkonsum, sondern ein verantwortungsvoller und realistischer Umgang damit. Wer Cannabis konsumiert, soll dies ohne Angst vor strafrechtlicher Verfolgung tun können – solange dies im Rahmen klar definierter Grenzen geschieht. Parallel fordern sie eine Verstärkung von Prävention und Aufklärung, vor allem an Schulen und in der Jugendarbeit.